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30.12.2010

CSU-Politiker Beckstein kritisiert die Kirchen

München – Der frühere bayerische Ministerpräsident und aktive Protestant Günther Beckstein (CSU) hat seine eigene Kirche wegen des Umgangs mit Missbrauchsopfern kritisiert. Nicht nur bei den Katholiken, auch bei den Protestanten sei nicht alles vorbildlich gelaufen, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. „Auch bei uns wurde vertuscht. Wir sind nicht die Heiligen.“ Es sei ein Fehler gewesen, den Missbrauch „unter den Teppich zu kehren, um die Institution Kirche nicht zu beschädigen“. Christen wüssten doch, dass das Bodenpersonal Gottes fehlerhaft sei.

Beckstein selbst ist Mitglied der evangelischen Landessynode, des Kirchenparlaments. Beckstein setzte sich auch mit seinem eigenen Handeln auseinander. „Die eine oder andere Entscheidung war überzogen, vielleicht auch falsch“, sagte er über seine jahrelang sehr umstrittene Asylpolitik. Es habe Härten gegeben. Dennoch könne ein Politiker gleichzeitig auch ein guter Mensch sein. „Ich wollte weder ein Heiliger sein noch ein Schwein“, sagte Beckstein. „Die Menschen wollen keine Politiker, die herzlos und eiskalt sind. Sie wollen einen Politiker mit sozialen und emotionalen Fähigkeiten. Das gilt, auch wenn ich 2008 bei der Landtagswahl gescheitert bin.“

Ärgerlich und belastend nannte Beckstein, dass er als Verwaltungsratsmitglied der Landesbank Mitverantwortung trage für die großen Verluste der Bank. „Wir waren nicht leichtfertig, wir wollten die Landesbank für die Zukunft ertüchtigen und nicht 25 Prozent Rendite erzielen. Ich trage die Verantwortung für eine Menge von Problemen.“

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