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Countdown – Ukraine ist bereit für die Euro 2012

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27.02.2012

Fußball-EM 2012 Countdown – Ukraine ist bereit für die Euro 2012

Anfängliche Probleme überwunden – Lob sogar von UEFA-Präsident Platini.

Kiew – Der Countdown läuft, am Mittwoch sind es noch 100 Tage bis zum Beginn der Fußballeuropameisterschaft Euro 2012. In Kiew arbeitet man wieder rund um die Uhr, damit alles rechtzeitig fertig wird. Am Olympia Stadion, dort wo am 8. Juli das Finale ausgetragen wird, schaufeln selbst am Wochenende Hilfskräfte Unmengen von Schnee weg. „Das Tauwasser darf auf keinen Fall ins Stadion oder in die U-Bahn-Baustelle dringen“, sagt Vorarbeiter Oleg.

Soviel Voraussicht war in der Ukraine bei den Planungen für dieses Großereignis nicht immer vorhanden. Vor gut eineinhalb Jahren sah sogar alles danach aus, dass der Ex-Sowjetrepublik die Gastgeberrolle für dieses Turnier entzogen wird.

Trotz aller Kritik haben es die Ukrainer jetzt aber geschafft. Die Stadien, die Flughäfen und eine Reihe neuer Hotels sind fertig. In Lwiw (Lemberg), wo die deutsche Mannschaft am 9. Juni ihr erstes Spiel bestreiten wird, läuft seit Ende Januar der Flughafen im Testbetrieb. Mitte März soll dann offizielle Eröffnung sein.

Das gleiche Bild sieht man in Kiew. Das neue Terminal D, eine futuristische Halle im XXL-Format, wird ebenfalls getestet. Dazu sind auch Spezialisten vom Münchner Flughafen Franz-Josef-Strauß in die ukrainische Hauptstadt gereist, um mit Know-how auszuhelfen. Dieser Tage tummeln sich tausende Testpersonen in den großen Hallen und simulieren den Ernstfall: Im Juni sollen dort täglich bis zu 3.000 Passagiere pro Stunde abgefertigt werden.

Kiew bereitet sich auf den größten Touristenansturm aller Zeiten vor. Allein 37.000 schwedische Fans wollen in der ukrainischen Millionenmetropole ihr Quartier aufschlagen, um ihre Mannschaft anzufeuern und um Party zu feiern. Das Problem-Thema Unterkünfte ist von den Verantwortlichen offenbar erkannt worden. „Wir schätzen, dass 80 Prozent der Besucher preiswerte Unterkünfte suchen“, sagt Turnierdirektor Markijan Lubkiwski. Auch Lwiw will bis zu 10 000 Plätze für Fans bereitstellen, darunter auch sehr preiswerte Zeltplätze, ab zwölf Euro pro Nacht.

„Jetzt läuft es“

In der ostukrainischen Bergarbeiterstadt Donezk, der Heimat des erfolgreichen Champions-League-Teilnehmers Schachtjor Donezk, hat man den Fans sogar eine neue Schnellstraße gebaut. „Die Arbeiten an der Fernstraße BU-1 von Kiew nach Donezk sind zu 85 Prozent abgeschlossen“, sagte ein sichtlich zufriedener Boris Kolesnikow, stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Infrastruktur und Euro 2012, kürzlich am Rand einer Kabinettssitzung in Kiew.

Obwohl es in Donezk ebenfalls einen neuen Flughafen gibt, setzt die Stadt auch auf Individualtouristen. Kürzlich wurde ein bewachter Parkplatz für 6.500 Fahrzeuge eröffnet. Die Fan-Zone in der Stadt zur russischen Grenze fasst 50.000 Besucher.

Selbst von UEFA-Präsident Michel Platini bekam die Ukraine Lob: „Wir sind glücklich, dass es Polen und die Ukraine geschafft haben. Es gab Krisen und politische Probleme, das war nicht immer einfach. Aber jetzt läuft es“, erklärte Platini kürzlich.

„Die Renovierung der Umgebung haben sie vergessen“

Im Gastgeberland sieht man das nicht überall so. In einer Umfrage, die dieser Tage von der Nachrichtenagentur Ukrinform veröffentlicht wurde, klagten viele Bürger über den optischen Zustand der Austragungsstädte. „Die Stadien und Flughäfen sind fertig und sehen toll aus, aber die Renovierung der Umgebung ringsherum haben sie vergessen“, sagt Student Sergej Jermak der Ukrinform.

In Kiew soll auch das bis zum Turnierbeginn behoben sein. Im Sommer will die Stadt ihre Gäste mit aufwendiger Outdoor-Deko begrüßen. An Brücken und Straßenkreuzungen sollen dann Blumenschmuck, das Euro-2012-Logo und die Maskottchen für ein optisches Lifting sorgen.

Präsident Viktor Janukowitsch hat 100 Tage vor Turnierstart seine Erwartungen formuliert: „Wir werden von der ganzen Welt genau beobachtet, deshalb fordere ich von allen, sich als würdiger Gastgeber zu präsentieren. Was unsere Mannschaft betrifft, wünsche ich mir, dass sie das Turnier gewinnt“, sagte der 61-Jährige in einem TV-Interview.

Bis dahin, wird die Baustelle am Kiewer Olympia Stadion längst fertig sein. Wo jetzt noch der Schnee weggeschaufelt wird, werden im Sommer tausende Fans zu einer großen Fußball-Party zusammenkommen.

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