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Cloud-Anbieter buhlen um den Mittelstand

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06.03.2012

CeBIT Cloud-Anbieter buhlen um den Mittelstand

SAP, Telekom und Hewlett-Packard zielen mit eigenen Angeboten auf kleinere Unternehmen.

Hannover – Die deutschen Mittelständler gelten als konservativ, aber reich. Vor allem deshalb wirbt die IT-Branche in diesem Jahr auf der Cebit wie nie zuvor um kleine und mittlere Kunden für ihre Cloud-Dienste. Es winkt riesiges Wachstum und ein milliardenschwerer Markt. Er muss aber mit speziellen Angeboten erschlossen werden.

Deshalb haben mehrere Großkonzerne wie Deutsche Telekom, SAP oder Hewlett-Packard (HP) in Hannover neue Dienste vorgestellt, mit denen sie Mittelständler in die Cloud locken wollen. Alle machen dasselbe Versprechen: Individuelle Angebote für Rechenleistung, Speicherplatz und Software nur aus dem Internet sparen den Firmen eigene Server und teure, aber wenig genutzte Software-Lizenzen. Bezahlt wird nach Nutzung. Größere oder kleinere Pakete lassen je nach Bedarf kurzfristig buchen und Daten sind überall verfügbar.

Bis 2016 soll der Umsatz mit Cloud-Angeboten für Firmenkunden nach Schätzung des Branchenverbands Bitkom 6,4 Milliarden Euro erreichen. 60 Prozent dieses Marktes würden im Mittelstand liegen, erwartet HP.

Der Computerkonzern stellte deshalb unter dem Namen „cCell“ ein Modell vor, mit dem vor allem mittelständische Kunden Rechner-Zellen anmieten und diese bei HP, Partnern oder im eigenen Rechenzentrum betreiben können. Zugleich arbeitet HP mit vier deutschen Anbietern zusammen, um Kunden auch mit passender Software aus dem Netz zu versorgen. „Die Art und Weise, wie wir die Unternehmen mit IT versorgen, wird sich verändern“, sagte HP-Deutschland-Chef Volker Smid. Das Wachstum gehe aber auch zulasten des bestehenden Marktes.

Reizthema Datenschutz

Auch der Softwarekonzern SAP zielt mit einem neuen Cloud-Dienst auf kleinere Firmen. In 18 Ländern werde die auf Mittelständler zugeschnittene Software „Business One“ nun auch als voll ins Internet verlagerte Anwendung angeboten, erklärte SAP. Bisher sprach das Unternehmen mit Cloud-Diensten vor allem mittlere und große Firmen an. „Die Cloud-Industrie ist viel größer, als irgendjemand erwartet hat“, sagte der Chef der SAP-Tochter Successfactors, Lars Dalgaard, der per Videokonferenz nach Hannover zugeschaltet war.

Bereits am Montag hatte Telekom-Chef René Obermann seine neuen Cloud-Angebote präsentiert. Mit dabei waren auch hier unter dem Namen „Business Marketplace“ speziell auf die Bedürfnisse kleinerer Firmen zugeschnittene Software und Speicherdienste. Im Sommer soll das Angebot starten. „Das Potenzial der Mittelstandskunden ist einfach enorm groß“, sagte Obermann. „Die PC-Architektur mit lokalen Anwendungen und Services ist überholt.“

Die Anbieter bewerben ihre Angebote dabei mehr oder weniger offensiv mit hiesigen Datenschutz-Standards. „Die deutsche Cloud wird aus unserer Sicht zum Wettbewerbsfaktor“, sagte etwa Obermann. „Unsere Geschichte beim Datenschutz ist sehr stark“, sagte Dalgaard selbstbewusst. „Wir nehmen diese Sache in Europa und vor allem in Deutschland sehr ernst.“ Die Anbieter fürchten offenbar, dass die Kunden aus Angst um ihre Firmengeheimnisse ausbleiben könnten.

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