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14.06.2011

City BKK braucht Hilfe bei Bearbeitung von Mitglieder-Anfragen

Stuttgart – Die bankrotte City BKK braucht die Unterstützung von anderen Krankenkassen, um Berge von unbearbeiteter Post zu bewältigen. „Es gibt in vier Leistungsbereichen Rückstände bei der Bearbeitung“, sagte der Vorstand der City BKK, Oliver Reken, der Tageszeitung „Die Welt“ (Dienstag). Um das aufzuholen, müssten ab dieser Woche 43 Mitarbeiter von anderen Krankenkassen aushelfen. „Bis zum 30. Juni sollen alle unbearbeiteten Leistungsanträge erledigt sein“, sagte Reken.

Der Vorstand begründete die verzögerte Bearbeitung mit der hohen Belastung seiner Mitarbeiter. „Hätten alle anderen Kassen unsere Versicherten ohne Verzögerung aufgenommen, wäre das Problem nicht so groß“, sagte er. Die Kundenberater hätten viel mehr Telefonanrufe von Versicherten beantworten müssen als sonst. Es sei wenig Zeit für die Bearbeitung von Anträgen geblieben. Dass einige Briefe bis zu acht Wochen unbearbeitet geblieben seien, sei aber falsch.

Nach Angaben von Experten anderer Krankenkassen liegen bei der City BKK schon seit mehreren Wochen insgesamt mehr als 10.000 Anträge auf Leistungen unbearbeitet herum. Viele Mitarbeiter hätten bereits gekündigt, andere hätten sich krank gemeldet. Reken sagte, es hätten „maximal zehn“ von 427 Mitarbeitern die Kasse freiwillig verlassen. Ein Sprecher der Kasse bestätigte allerdings einen ungewöhnlich hohen Krankenstand in der Belegschaft der Kasse.

Nach Angaben von Reken haben bislang fast 100.000 der ehemals gut 130.000 Mitglieder Mitglieder die City BKK verlassen und sind zu anderen Kassen gewechselt. „Unser Ziel ist es, dass alle Kunden bis zum 30. Juni eine neue Kasse gewählt haben“, sagte er. Die Mitglieder, die zum 1. Juli noch immer nicht gewechselt sind, müssten sich keine Sorgen um ihren Versicherungsschutz machen.

„Wir haben eine Lösung gefunden, bei der die Versichertenkarte der City BKK auch noch nach dem 1. Juli akzeptiert werden wird“, sagte der Krankenkassenvorstand. Wer dann zum Arzt gehe, für den werde die „City BKK Körperschaft in Abwicklung“ bezahlen, also quasi die Nachfolgeorganisation der bankrotten Kasse. Sie hole sich das Geld später von der Kasse, in die das jeweilige Mitglied gewechselt sei. „Kein Versicherter muss dann Sorge haben, dass er beim Arzt steht und nicht behandelt wird“, sagte Reken.

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