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Chef der Wirtschaftsweisen weist Kritik an EU-Gipfel zurück

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12.12.2011

Euro-Krise Chef der Wirtschaftsweisen weist Kritik an EU-Gipfel zurück

Berlin – Der Chef der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, hat die Kritik an den Beschlüssen des EU-Gipfels zur Euro-Rettung scharf zurückgewiesen.

„Es geht doch nicht um ein Kaputtsparen, sondern um finanzpolitische Disziplin und überzeugende längerfristige Maßnahmen“, sagte Franz „Rheinischen Post“. Der Schuldenabbau der Euro-Länder sei wie die „Befreiung eines Drogenabhängigen von seiner Sucht: Die Entziehungskur ist sehr schmerzlich, aber danach geht es dem Betreffenden wesentlich besser als vorher“, sagte Franz. Italien und Spanien könne kurzfristig mit neuen Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm oder vom IWF geholfen werden, so Franz.

Zuvor hatte unter anderen DGB-Chef Michael Sommer die Beschlüsse als völlig unzureichend kritisiert, weil sie allein auf den Schuldenabbau zielten und die akuten Finanzierungsprobleme Italiens und Spaniens nicht linderten.

Der Chef des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung stützte auch die Entscheidung der Euro-Länder, ohne Großbritannien voranzugehen. Das britische Nein zu einem neuen EU-Vertrag sei zwar „sehr bedauerlich und hoffentlich nicht das letzte Wort“, sagte Franz. „Aber es kann nicht schon wieder eine Extrawurst gebraten werden.“

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