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Charaktertest über zehn Spiele

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08.03.2012

Mladen Petric Charaktertest über zehn Spiele

Mladen Petric muss den HSV verlassen – Auslaufmodell ist im Angriff gefordert.

Hamburg – Eine Aufgabe mit Anstand zu Ende bringen, das gelingt auch nicht jedem. Da kommt also ein schöner Charaktertest auf Stürmer Mladen Petric zu. Am Montag hat er erfahren, dass der Hamburger SV auf seine Dienste zukünftig verzichten und sein Gehalt einsparen möchte, am Dienstag wurde Paolo Guerrero vom deutschen Fußball-Bund nach seinem Brutalo-Tritt gegen Stuttgarts Sven Ulreich für acht Bundesligaspiele aus dem Verkehr gezogen. Am Sonntag (17.30 Uhr) und in den kommenden Wochen muss Petric die überwiegende Last im HSV-Angriff tragen.

„Mladen wird als charakterstarker Spieler bis zum Ende Leistung zeigen, da bin ich mir sicher“, sagt HSV-Trainer Thorsten Fink. Keine Zweifel erlaubt. Der 31 Jahre alte Kroate wird nichts Gegenteiliges behaupten. „Für mich geht es nun darum, gemeinsam mit meinen Mannschaftskollegen die laufende Saison vernünftig zu Ende zu bringen“, teilte er mit. Zehn Spiele noch.

Möglicherweise verzockt

Tatsächlich hat sich Petric wohl verzockt. Ein Angebot des HSV im Sommer lehnte er nach längeren Verhandlungen ab. Dann signalisierte er nach dem Engagement von Fink wieder Interesse, aber jetzt wollte der Verein nicht mehr. 2,7 Millionen Euro soll er im Jahr bislang kassieren, verschlechtern will er sich sicherlich nicht, und er will langfristig unterschreiben („mein letzter Vertrag“).

In Hamburg ist das nicht mehr möglich. „Wir wissen, dass Mladen in den letzten Jahren viel für uns getan hat“, sagt HSV-Chef Carl Jarchow, „aber wir setzen weiterhin auf unsere Philosophie, die Mannschaft zu verjüngen und auf Spieler zu setzen, die unter 30 sind.“ Fink ergänzte: „Natürlich ist auch der finanzielle Gesichtspunkt ein Faktor bei dieser Entscheidung.“

Statistisch ist Petric mit derzeit 60 Toren in 127 HSV-Pflichtspielen der erfolgreichste Stürmer des Vereins seit Uwe Seeler. Und dennoch schieden sich an dem Angreifer immer die Geister. Während die eine Hälfte der Fans ihn als „Magier“ und letzten echten Star der Hamburger sieht, ist er für die andere Hälfte ein lauffauler Egoist und Abzocker. Die Wahrheit wird in der Mitte liegen.

Symbol der verlorenen Generation

Unstrittig aber symbolisiert Petric, wie auch David Jarolim, der wohl ebenfalls zum Saisonende den Verein verlassen muss, eine verlorene HSV-Generation. Zentrale Figuren einer Mannschaft, die unter dem ehemaligen Präsidenten Bernd Hoffmann für viel Geld zusammengestellt wurde, ihre Ziele aber immer – teilweise auch auf fast tragische Art und Weise – verpasste. Letztlich ein Loser-Team.

„Ich werde jetzt sehen, wohin mein Weg mich führt“, teilte Petric mit. In der Schweiz, wo er seit seiner Kindheit lebte, machen sich die Fans bereits Hoffnungen auf eine Rückkehr. Mit Grashoppers Zürich und dem FC Basel wurde er jeweils Meister, bevor er 2007 zu Borussia Dortmund wechselte. Wie erhofft verdienen kann Petric in der Schweiz aber nicht, also muss er sich mit Topleistungen noch einmal interessant machen. „Auch für ihn geht es um neue Verträge“, sagt Fink und hofft: „Mladen möchte sich mit einer guten Performance verabschieden.“

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