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Charakter und Glaube soll Leverkusen helfen

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12.02.2012

Bayer Leverkusen Charakter und Glaube soll Leverkusen helfen

Völler nach 0:1 beim BVB: “Versuchen, etwas zu reißen” – Ballack erneut nur Zuschauer.

Dortmund – Robin Dutt hatte vor der Saison das Wort Meisterschaft in den Mund genommen. Das war für den neuen Trainer von Bayer Leverkusen bei Amtsantritt der Anspruch, den der Vizemeister haben muss. Nach dem 0:1 am Samstag beim deutschen Fußball-Meister Borussia Dortmund sind die Ansprüche unter dem Bayer-Kreuz wesentlich bescheidener – wenn sie es vorher nicht ohnehin schon waren.

“Wir sind ja keine Träumer, sondern Realisten. Wir wollen den Europa-League-Platz sichern und international dabei sein”, sagte Dutts Vorgesetzter, Sportdirektor Rudi Völler.

Die Worte des ehemaligen Teamchefs der deutschen Nationalmannschaft klangen trist, passten aber genau zur Tabellensituation. Noch ist Leverkusen Sechster und auf einem Platz, der zumindest die Teilnahme an der Europa League sichert. Aber Hannover 96 hat als Siebter auch 31 Punkte. Der Abstand zum Spitzenreiter BVB beträgt 15, der zur Champions-League-Zone beachtliche 10. Und am Dienstag steht das Achtelfinal-Hinspiel in der Königklasse gegen Titelverteidiger FC Barcelona an. Das ist eine andere Dimension.

Rudi Völler weiß das, die Ansprüche für dieses ungleiche Duell setzte er denn auch ganz niedrig an. Er versuchte in einer turbulenten Zeit für den Werksklub, den vor allem die Causa Michael Ballack plagt, ein wenig Festtagsstimmung zu verbreiten.

“Wir freuen uns seit Wochen auf dieses Spiel, für die Fans und für unsere jungen Spieler, gegen die weltbeste Mannschaft zu spielen. Das ist natürlich ein Traum”, sagte der Weltmeister von 1990 und meinte zu den Aussichten: “Wir versuchen natürlich, gegen Barcelona etwas zu reißen. Aber, die sind nicht ganz so schlecht. Man schaut ja manchmal zu und sagt: Ach, spielen die schön. Für die Spieler ist es schön, am eigenen Leibe zu erleben, wie die das machen und warum die so gut sind.”

Eine Kostprobe auf der Ebene Bundesliga erhielten die Dutt-Spieler vor 80.400 Zuschauern von Dortmund. Der Meister kontrollierte das Geschehen, ließ den Gegner über weite Strecken kaum zur Entfaltung und auch nur zweimal gefährlich in den Strafraum kommen. Bei Bayer hatte nur Torhüter Bernd Leno internationales Niveau, beim tollen Siegtor von Shinji Kagawa (45.) war er machtlos. “Am Dienstag könnte es noch einen Tick schwieriger werden”, sagte Dutt.

Der Coach hält sich an der “großen Moral” und der Charakterstärke seiner Profis fest. Dem Eindruck, der Mannschaft habe in Dortmund der Glaube gefehlt, begegnete er mit zwei Beispielen: “Gerade in der Champions League hat ja kein Mensch mehr an uns geglaubt. Zweimal in Rückstand gewesen gegen Valencia und Chelsea – und am Ende hieß der Sieger Bayer 04 Leverkusen.” Beide Male siegte Bayer 2:1.

So ein Ergebnis gegen Barcelona wäre schon eine riesige Überraschung – und würde gegen Lionel Messi und Co. am Ende wohl auch nicht reichen. Aber das wäre nicht einmal schlimm. Probleme hat Leverkusen in der Liga – nicht nur sportliche. Das Thema Ballack belastet. Der ehemalige Nationalmannschaftskapitän schmorte zum dritten Mal nacheinander draußen. Gegen Barcelona muss er das nun verletzungsbedingt: Ballack zog sich am Sonntag im Training einen Muskelfaserriss in der Wade zu und fällt vorerst aus.

Das Thema ist damit aber nicht erledigt, denn Dutts Stellungnahme zum 35-Jährigen glich einem Affront. “Michael ist der Spielertyp, wenn wir mal Ruhe reinbringen müssen, wenn wir Ballsicherheit haben müssen. Wenn Spiele es verlangen, eine hohe Ballkontrolle oder Ballbesitz zu haben, den Gegner von links nach rechts laufen zu lassen, dann wird Michael auch wieder eine Option sein – wenn auf seiner Position nicht noch einer stärker ist.” Ruhe bringen solche Worte nicht.

Die herrscht in Dortmund, nachdem der Vereinrekordes von 15 Spielen in Serie ohne Niederlage eingestellt und die Tabellenführung verteidigt wurde. Nur die Fragen nach den Aussichten im Titelkampf nerven. “Es sind noch 13 Spieltage. Und die Mannschaft, der tatsächlich zuzutrauen ist, alle 13 Spiele zu gewinnen, ist Bayern München. Deshalb beschäftigen wir uns nicht damit. Wir sind ganz zufrieden und beschäftigen uns immer nur mit dem nächsten Spiel. Das ist der Weg, der uns erfolgreich macht”, sagte Trainer Jürgen Klopp.

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