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Chaos-Liga startet in die Rückrunde

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03.02.2012

Schweiz Chaos-Liga startet in die Rückrunde

Angst vor noch mehr Pleiten – Sion trotz Minuspunkten vor der Rettung – Basel meisterlich.

Zürich – Einer wird den Rückrundenstart der Schweizer Chaos-Liga sicher verpassen: Bulat Tschagajew. Der Hauptaktionär von Xamax Neuchatel, der zum Totengräber für den eidgenössischen Erstligisten wurde, sitzt bis Ende Februar in Untersuchungshaft. Durch den Konkurs von Xamax steht der direkte Absteiger fest. Und Meister FC Basel zieht an der Tabellenspitze auch ohne den nach Hamburg abgewanderten Trainer Thorsten Fink einsam seine Kreise. Sportlich ist die Spannung schon zur Halbzeit raus.

Interessanter geht es abseits des Platzes zu. “Servette macht uns große Sorgen. Es ist zu befürchten, dass da die nächste Zeitbombe tickt”, sagt Peter Gillieron, Präsident des Schweizer Fussball-Verbandes (SFV). Dort herrscht Majid Pishyar. 2008 übernahm der Iraner den Traditionsklub, führte ihn 2011 zurück in die Erste Liga und wollte sogar die Champions League angreifen. Jetzt merkt Pishyar, dass keine Rendite zu holen ist: “Wenn die Situation so bleibt, bin ich nicht sehr zuversichtlich”, kündigte er eine Reduzierung seines Engagements an.

Kürzungen nahm er schon vor: Mitarbeiter warten auf Teile ihres Lohns. Bei den Strom- und Wasserwerken steht der Klub mit knapp 80.000 Euro in der Kreide. Pishyars Weste ist befleckt: 2004 kaufte er sich beim österreichischen Bundesligisten Admira Wacker Mödling ein. 2008 ging er – und Mödling auch: Bankrott und zwangsversetzt in Liga 3.

Ruhe herrscht nur beim FC Basel. Und die Konkurrenz gibt alles, damit der FCB, der schon sieben Punkte Vorsprung auf den ärgsten Verfolger FC Luzern hat, den Durchmarsch schafft. Denn ausgerechnet der FCL schwächte sich im Winter selbst. Sie ließen Top-Scorer Hakan Yakin zur zweitklassigen AC Bellinzona ziehen. Der 34-Jährige freut sich über einen Sechsjahresvertrag im italienisch-sprachigen Teil der Schweiz – zwei Jahre als Spieler, vier als Kantons-Repräsentant. Noch spricht der Schweiz-Türke allerdings kein italienisch.

Vor der Saison hatte auch der Vizemeister FC Zürich große Ambitionen. “Wer Zweiter wurde, will Erster werden”, sagte Präsident Ancillo Canepa. Die Realität: Der FCZ hat 17 Punkte Rückstand auf Basel. Und was machen die Zürcher in der Winterpause? Statt aufzurüsten wurden fünf Stammspieler verkauft. Den letzten Test vor der Rückrunde spielte Zürichs U21, weil durch Abgänge, Verletzungen und Afrika-Cup nur noch zwölf Profis zur Verfügung standen.

Ruhig geworden ist es um den FC Sion. Präsident Christian Constantin hatte sich zuletzt mit der UEFA und dem SFV angelegt und dafür unter anderem 36 Punkte Abzug in der Liga erhalten. Mit -5 Punkten ist man aber nur Vorletzter – und hat wohl tatsächlich die Möglichkeit, über die Relegation die Klasse zu halten.

Der Absteiger steht in Xamax fest. Und an der Spitze kann sich der FC Basel nur selber schlagen. Das Sportliche verströmt wenig Nervenkitzel. So hat auch Liga-Namensgeber “Axpo” kein Interesse mehr an einer Zusammenarbeit und steigt im Sommer aus. Die Raiffeisenbank übernimmt. “Raiffeisenbank Super League”, eine holprige Angelegenheit – aber irgendwie passend zur Chaos-Liga.

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