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Chancen auf Rettungspaket steigen offenbar

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18.02.2012

Griechenland Chancen auf Rettungspaket steigen offenbar

Bericht: Athen akzeptiert Sperrkonto – Ökonom Sinn glaubt nicht an wirtschaftliche Erholung.

Berlin – Griechenland ist in den Verhandlungen über ein zweites Rettungspaket der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) trotz teils scharfer Rhetorik offenbar zu weitgehenden Zugeständnissen bereit. Athen akzeptiere ein Sperrkonto, auf das Zins und Tilgung für die neuen Kredite fließen sollen, berichtete die “Süddeutsche Zeitung” unter Berufung auf Verhandlungskreise. Der Ökonom Hans-Werner Sinn hat trotzdem keine Hoffnung auf eine Erholung der griechischen Wirtschaft, solange das Land im Euro verbleibt.

Der zur Bewilligung weiterer Hilfen notwendige Prüfbericht der Troika-Beobachtermission aus IWF, EU und Europäischer Zentralbank (EZB) solle zwar erst nächste Woche vorgelegt werden, hieß es in der “Welt”. Bis dahin werde Athen aber die meisten Bedingungen erfüllt haben. “Der Schuldenstand wird mit den neuen Maßnahmen und nach dem Schuldenschnitt bei den privaten Gläubigern Athens unter 125 Prozent der Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 liegen”, zitierte das Blatt einen Gewährsmann. Die Schuldenquote liege damit nahe an den 120 Prozent, die die Troika als Maßstab für die Schuldentragfähigkeit des Landes gewählt hat.

Mit dem Sperrkonto würde Athen einen Teil seiner Haushaltssouveränität abgeben. Dies hatte Griechenland zuletzt zu vermeiden versucht und sich mit zunehmender Schärfe gegen Einmischungen der europäischen Partner gewehrt. Zielscheibe waren dabei vor allem die Bundesrepublik und deutsche Politiker.

Die ehemalige griechische Außenministerin Dora Bakoyannis verlangte einem Bericht der “Frankfurter Rundschau” zufolge von der deutschen Regierung mehr Respekt für das griechische Volk. “Man kann nicht einem ganzen Volk das Misstrauen aussprechen”, sagte die Vorsitzende der neu gegründeten Partei Demokratische Allianz. Bakoyannis beklagte besonders die harschen Töne von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Sinn, rechnet unterdessen mit einer dauerhaften Finanzierung Griechenlands mit Geld aus Deutschland. “Der Zug ist in Richtung Transferunion abgefahren”, sagte er der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”. Griechenland habe keine Chance, sich als Mitglied der Währungsunion zu erholen, weil dazu dort die Preise und Löhne fast um die Hälfte sinken müssten. “Das kriegen die Griechen nie im Leben hin, denn sie haben starke Gewerkschaften”, sagte Sinn.

Zwar behaupte die Politik ständig, Griechenland könne mit einem harten Sparkurs wieder wettbewerbsfähig werden. Doch die nötigen Einschnitte wären so hart, dass das Land daran zerbrechen würde, sagte Sinn dem Blatt. “Da können die Politiker Europas zehn Mal etwas anderes sagen. Bestimmte Dinge sind ökonomisch nicht möglich.” Weitere Möglichkeiten seien nur der Austritt aus dem Euro oder die dauerhafte Finanzierung des griechischen Leistungsbilanzdefizits von zehn Prozent der Wirtschaftsleistung über Kredite. Diese würden sich dann schleichend in Geschenke verwandeln.

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