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Wolfgang Schäuble

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04.07.2015

CDU Schäuble von Griechen genervt – Scheitern war absehbar

„Letzte Woche waren wir viermal in Brüssel.“

Berlin – Der Verhandlungsmarathon um die Rettung Griechenlands ging für Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bis an die Grenzen physischer Belastbarkeit.

In einem Interview mit „Bild“ (Samstag) sagte Schäuble: „Letzte Woche waren wir viermal in Brüssel. Manchmal ist man einfach nur müde. Aber dann nimmt man sich zusammen und sagt: Es muss ja weitergehen.“ An Rücktritt habe er angesichts der Strapazen allerdings nicht gedacht. „Wegen Griechenland? Nein. Nicht ein einziges Mal.“

Das Scheitern der Gespräche sei absehbar gewesen. „Wer die wirtschaftlichen Daten kannte und die Aussagen von Alexis Tsipras vor und nach der Wahl ernst genommen hat, der konnte wissen, dass die griechische Regierung kein Reformprogramm will. Deshalb war ich von Beginn an sehr skeptisch hinsichtlich eines Erfolges der Gespräche mit der Athener Regierung. Dass diese Skepsis schließlich bestätigt wurde, wundert mich nicht wirklich.“

Aus seinen Meinungsverschiedenheiten mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker machte Schäuble dabei keinen Hehl: „Naja, ich glaube, man muss verstehen, dass Jean-Claude Juncker ein Europäer mit Leib und Seele ist. Deshalb tut er alles, um die Krise zu entschärfen. Ob das auf einer richtigen Einschätzung der politisch Verantwortlichen beruht oder nicht – da sind wir gelegentlich unterschiedlicher Meinung.“

Vom griechischen Banken-Sektor geht Schäuble zufolge keine Bedrohung für andere Banken Europas aus, sagte der Minister: „Die Banken sind vorerst geschlossen. Die europäische Bankenaufsicht beobachtet die Lage. Selbst wenn es zum Zusammenbruch einzelner Banken kommen würde, ist die „Ansteckungsgefahr“ vergleichsweise gering. Die Märkte haben schon in den vergangenen Tagen sehr zurückhaltend reagiert. Das zeigt, dass das Problem beherrschbar ist.“

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