Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Politik - newsburger.de

CDU nimmt Abschied von selbstständigen Haupt- und Realschulen

© dts Nachrichtenagentur

11.06.2011

Schulsystem CDU nimmt Abschied von selbstständigen Haupt- und Realschulen

Berlin – Die CDU nimmt Abschied von selbstständigen Haupt- und Realschulen. Das hat Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) als Beschluss der CDU-Bildungskommission verkündet. Die Kommission unter ihrem Vorsitz erarbeitet bildungspolitische Leitsätze für den Parteitag im November. „Bald wird es 35 Prozent weniger Schüler geben, darauf müssen wir uns einstellen“, sagte Schavan im Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“.

Eltern wünschten, dass ihre Kinder es nicht weit zur Schule hätten. „Deshalb wollen wir Haupt- und Realschulen zu Oberschulen zusammenlegen“, so die Ministerin. Damit verabschiedet sich die CDU vom dreigliedrigen Schulsystem und setzt auf ein zweigliedriges System. Schavan verspricht, dass dabei das Gymnasium unangetastet bleibt: „Das Gymnasium hat sich pädagogisch längst weiterentwickelt. Es hat so viele Schüler wie nie zuvor, ist anerkannt und hat gute neue Profile entwickelt.“

Ausdrücklich sprach sich die Ministerin für den Erhalt der Haupt- und Realschulpädagogik unter dem Dach des neuen Schultyps aus. Als besondere Qualitäten der Hauptschule nannte sie die Integration sowie die individuelle Betreuung von Schülern. „Im Übrigen ist die wichtigste Reform die Reform der Inhalte, Ziele und Lernkultur. Sie müssen länderübergreifend vergleichbar sein. Es kann nicht sein, dass es bei immer weniger Schülern immer mehr Schulbezeichnungen gibt. Was gleich oder vergleichbar ist, muss gleich heißen“, sagte Schavan.

Besonderes Augenmerk will Schavan auf Brennpunktschulen richten. „Ich gehe von ungefähr 1.000 Standorten in Deutschland aus, die nach dem Vorbild der amerikanischen Magnetschulen besonders ausgestattet und besonders profiliert sein sollten“, so die Ministerin. Ziel müsse sein, diese Schulen wieder für Kinder aus allen Bevölkerungsgruppen attraktiv zu machen.

Um dies zu erreichen, strebt die Ministerin die Änderung des Grundgesetzes an, das die Kooperation von Bund und Ländern im Bildungsbereich erschwert: „Wir werden es der Bevölkerung nicht erklären können, dass wir zwar Konzepte für Brennpunktschulen entwickeln, sie aber nicht umsetzen können, weil dagegen eine rechtliche Regelung steht.“

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/cdu-nimmt-abschied-von-selbststaendigen-haupt-und-realschulen-21490.html

Weitere Nachrichten

Flüchtlinge

© ververidis / 123RF Lizenzfreie Bilder

Bericht NRW beteiligt sich nicht an Afghanistan-Abschiebung

NRW wird sich an der dritten Sammelabschiebung nach Afghanistan nicht beteiligen. Das erfuhr die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" ...

Fazle-Omar Moschee Hamburg

© Daudata / gemeinfrei

Spitzel-Affäre um Ditib Generalbundesanwalt ermittelt gegen 16 Tatverdächtige

Die Bundesanwaltschaft ermittelt derzeit gegen 16 Tatverdächtige in der Spitzel-Affäre um Deutschlands größten Islamverband Ditib. Das sagte der ...

Jürgen Trittin Grüne

© Bündnis 90 / Die Grünen / CC BY-SA 2.0

Grüne Trittin sieht gute Chancen auf Regierung ohne CDU/CSU

Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin sieht trotz niedriger Umfragewerte seiner Partei Chancen auf eine Regierungsbeteiligung in Berlin. "In den Umfragen ...

Weitere Schlagzeilen