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BW Bank widerspricht Wulffs Darstellungen im Iinterview

© Deutscher Bundestag / Lichtblick / Achim Melde

06.01.2012

Wulff BW Bank widerspricht Wulffs Darstellungen im Iinterview

Berlin – Die BW Bank hat den Darstellungen von Bundespräsident Christian Wulff in einem zentralen Punkt widersprochen.

Dies berichtet die Tageszeitung „Die Welt“. Demnach kam der Vertrag für ein langfristiges Darlehen zur Finanzierung seines Einfamilienhauses nicht bereits im November 2011 zustande, wie es Wulff am Mittwoch im Interview mit ARD und ZDF dargestellt hatte. Denn im November hatten sich die Bank und Wulff lediglich mündlich geeinigt.

Dies reicht jedoch nach Auskunft der Bank nicht aus, um den Vertrag wirksam werden zu lassen. „Ein Kreditvertrag mit Verbrauchern bedarf der Schriftform“, antwortete die Bank auf eine entsprechende Anfrage der Tageszeitung „Die Welt“. Einen schriftlichen Vertrag schickte die Bank erst am 12. Dezember an Wulff, unterschrieben hat er den Kreditvertrag am 21. Dezember und damit rund eine Woche nach den ersten Medienberichten über seine Hausfinanzierung. Bei der Bank ging der unterschriebene Vertrag am 27. Dezember ein.

Wulff hatte im Fernsehinterview Vorwürfen widersprochen, der neue Kreditvertrag mit der BW Bank, der ein günstigeres Geldmarktdarlehen ablösen soll, sei deutlich später zustande gekommen als von ihm zunächst angegeben. „Denn wenn Sie am 25. November sich geeinigt haben (…), dann ist der Vertrag geschlossen“, sagte er im Interview. Es gelte „Handschlagqualität in diesem Bereich, wenn man sich mit einer Bank verständigt“.

Die BW Bank bestätigte der „Welt“ zwar, dass alle Konditionen des Kredits am 25. November vereinbart worden seien – betonte aber die Notwendigkeit der Schriftform. Dies deckt sich mit Auskünften anderer Banken. Selbst ein vermögender Kunde bekomme in mündlicher Form allenfalls eine vorbehaltliche Kreditzusage, danach müsse die interne Risikoprüfung zustimmen, hieß es bei zwei auf wohlhabende Kunden spezialisierten Instituten. Kredite per Handschlag zu vergeben, „das war vielleicht früher einmal Usus, heute aber nicht mehr“, sagte ein Banker.

Mit dem Kreditvertrag vom Dezember will Wulff Mitte Januar ein rollierendes Geldmarktdarlehen der BW Bank ablösen, das er zuvor zur Finanzierung seines Hauses in Burgwedel genutzt hatte. Der Präsident hat dieses Darlehen als „normal und üblich“ bezeichnet. Der Auskunft mehrerer Banken zufolge sind solche Darlehen allerdings üblicherweise Unternehmen oder sehr wohlhabenden Privatkunden mit einem Millionenvermögen vorbehalten. Denn der Kunde muss in der Lage sein, das Risiko einer kurzfristigen Zinsänderung selbst zu tragen.

Im Gegenzug kann man erheblich Zinsen einsparen. Das kam auch Wulff in den rund 22 Monaten zugute, in denen er das Geldmarktdarlehen nutzte. Nach Berechnungen der „Welt“ hat er etwa 26.000 Euro an Zinsen eingespart. Schließlich hätte eine Immobilienfinanzierung mit mehr als zehn Jahren Laufzeit, wie er sie später vereinbart hat, im März 2010 nach Bundesbankstatistiken etwa 4,3 Prozent an Zinsen gekostet – für das Geldmarktdarlehen berechnete die BW Bank während der Laufzeit nur 0,9 bis 2,1 Prozent.

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