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Bunt und 3D oder lieber schwarz-weiß und stumm?

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23.02.2012

Oscar-Verleihung Bunt und 3D oder lieber schwarz-weiß und stumm?

Hazanavicius‘ „The Artist“ und Scorseses „Hugo Cabret“ sind Oscar-Favoriten – Auch „Pina“ nominiert.

Berlin/Los Angeles – Es scheint in diesem Jahr eine eindeutige Sache zu werden: Der Stummfilm „The Artist“ des bislang eher unbekannten, französischen Regisseurs Michel Hazanavicius hat sowohl bei den Golden Globes als auch bei den britischen BAFTA-Awards die Konkurrenz hinter sich gelassen. Sein Hauptdarsteller Jean Dujardin, der außerhalb seines Heimatlandes Frankreich ebenfalls kaum jemandem bekannt war, wurde gleichsam mit Preisen überhäuft. Größter Konkurrent von Hazanavicius‘ Hommage an eine vergangene Ära ist ein Film, der die modernsten, technischen Mittel nutzt: Martin Scorseses 3D-Film „Hugo Cabret“.

Dieses Jahr ist aber auch ein gutes für Filmschaffende aus Deutschland: Wim Wenders ist mit seinem Tanzfilm „Pina“ in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ nominiert, der 34-jährige Regisseur Max Zähle kann sich mit seinem Werk „Raju“ Hoffnungen auf eine Trophäe in der Kategorie „Bester nicht-animierter Kurzfilm“ machen. Zwei Technik-Oscars sind in diesem Jahr schon nach Deutschland gegangen: Für die Entwicklung eines Filmrekorders, des sogenannten Arrilasers, und für spezielle Objektive, die besonders lichtstarke und kontrastreiche Aufnahmen erlauben.Oder doch „The Descendants“?

Der Filmexperte Hans-Jürgen Kubiak rechnet mit einem „Durchmarsch“ des in insgesamt zehn Kategorien nominierten „The Artist“. Allerdings glaubt er, dass Scorsese – dessen Film sogar elf Nominierungen hat – gegen den Newcomer Hazanavicius zumindest den Regie-Oscar gewinnen könnte. Mehr als nur Außenseiterchancen dürfte auch Alexander Paynes berührendes Familiendrama „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“ haben, in dem George Clooney mit seiner herzerwärmenden Darstellung eines überforderten Vaters das Publikum erfreute.

Herzerwärmend war auch Mike Mills „Beginners“ mit Ewan McGregor und Christopher Plummer, der mit seiner Nominierung in der Kategorie „Bester Nebendarsteller“ den Film vertritt. Der 82-jährige Kanadier könnte der älteste Oscar-Preisträger aller Zeiten werden.

Unter den Hauptdarstellern sind in diesem Jahr zwei, die durchaus reif für einen Oscar wären. Glenn Close ist mittlerweile zum sechsten Mal nominiert – in diesem Jahr für ihre Rolle in dem Drama „Albert Nobbs“, in dem sie eine alleinstehende Frau spielt, die im Dublin des 19. Jahrhunderts hofft, als Mann verkleidet über die Runden kommen zu können. Gary Oldman ist trotz seiner vielen, tollen Darbietungen in diesem Jahr zum ersten Mal nominiert. Er spielte den Spion George Smiley in „Dame, König, As, Spion“.

Sie haben aber große Konkurrenz: Meryl Streep könnte für ihre Darstellung der ehemaligen, britischen Premierministerin Margaret Thatcher bei ihrer 17. Nominierung ihren dritten Oscar gewinnen. Für diese Rolle hat sie bereits einen Golden Globe und einen britischen BAFTA-Award bekommen. Hochgelobt wurde auch Michelle Williams für ihre Leistung in „My Week with Marilyn“. Williams hat dafür ebenfalls schon einen Globe bekommen. Mit 31 Jahren ist sie bereits das dritte Mal für einen Oscar nominiert. Gary Oldman konkurriert mit George Clooney, Jean Dujardin, Demián Bichir und Brad Pitt.

Das „Kodak Theatre“ ist nicht mehr

Moderator der 84. Oscar-Gala ist nach der Absage von Eddie Murphy einmal mehr Billy Crystal. Es ist sein neuntes Mal als Gastgeber der Oscar-Show. Der Veranstaltungsort in Los Angeles ist wieder derselbe wie in den Vorjahren – allerdings heißt er nach der Pleite des Kameraherstellers Eastman Kodak nicht mehr „Kodak Theatre“, sondern wie der Komplex, in dem er sich befindet, „Hollywood and Highland Center“.

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