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06.07.2012

Fall Denis C. Bundesweite Fahndung nach Salafisten

Offiziell schweigen alle Stellen, die mit dem Fall befasst sind.

Berlin – Einer der radikalsten salafistischen Terrorverdächtigen Deutschlands ist spurlos verschwunden. Bereits Anfang Juni tauchte Denis C. unter. Seither wird bundesweit nach ihm gefahndet. Sicherheitsbehörden sind alarmiert, berichten die Zeitungen der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (Samstagausgaben).

C. ist Kopf des verbotenen Salafistenvereins Millatu Ibrahim. Unter den Decknamen Abou Maleeq und Abu Talha al-Almani droht er mit blutigen Terroranschlägen. Der gebürtige Berliner hielt sich zuletzt in Solingen auf. Er gilt als äußerst gewaltbereit und gefährlich. Erst kürzlich fanden Ermittler eine Sprengstoffweste, die C. gebaut haben soll, berichtet die WAZ.

Offiziell schweigen alle Stellen, die mit dem Fall befasst sind. Doch Sicherheitskreise in Berlin bestätigten der WAZ: „Denis C. ist weg.“ Verfassungsschutz und Polizei, die C. zeitweise observiert hatten, stehen im Regen. Denn als der bekennende Dschihadist abtauchte, waren die Behörden nicht zur Stelle.

C. wurde als Rapper Deso Dogg bekannt. Ende 2010 schloss er sich dem Islam an. Binnen kurzer Zeit stieg er zu einer islamistischen Heldenfigur auf. Sein Markenzeichen: gesungene Terrorbotschaften, sogenannte Naschids. In diesen salafistischen Kampfliedern, die es zuhauf im Internet gibt, betrachtet er Deutschland als „Schlachtfeld“, huldigt Osama bin Laden und ruft zu Selbstmordanschlägen auf.

Der Verfassungsschutz hält die Songs für „Hymnen, die den militanten Dschihad und den Märtyrertod verherrlichen“. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien verbot bereits einige der Lieder. Terrorexperten sehen in C. Verschwinden „ein unkalkulierbares Gefahrenpotenzial“, berichtet die WAZ.

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