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Geringste Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg

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31.01.2012

Arbeitsmarkt Geringste Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg

Winter als Ursache für leichten Anstieg der Arbeitslosenquote.

Stuttgart – Mit einer Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent hat Baden-Württemberg zu Jahresbeginn erstmals seit Januar 2011 wieder den geringsten Wert im Vergleich der Bundesländer erreicht. Aber auch im Südwesten waren im Januar fast 21.000 Menschen mehr ohne Job als im Dezember, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mitteilte.

Dieser Zuwachs der Arbeitslosenzahl um 10,1 Prozent sei dem Winter geschuldet, sagte die Leiterin der Regionaldirektion, Eva Strobel. “Der Winter dämpft traditionell den Arbeitsmarkt im Südwesten”, betonte sie.

Die Wirtschaft im Land sei stabil und der Arbeitsmarkt insgesamt robust, fügte Strobel hinzu. Der Anstieg der Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent im Dezember auf 4,1 Prozent sei saisonbedingt. Im Vergleich zum Januar 2011 sei die Arbeitslosigkeit kräftig zurückgegangen. Danach waren im Januar 2012 rund 33.000 Menschen weniger arbeitslos als vor einem Jahr, was einem Minus von 12,7 Prozent entspricht. Der Arbeitsmarkt scheine “die saisonalen Effekte dieses Jahr gut zu verarbeiten”, sagte Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD).

Baden-Württemberg liege auch mit einer Quote von 2,6 Prozent bei der Jugendarbeitslosigkeit an der Spitze, sagte Strobel. Vor einem Jahr habe diese Quote 3,0 Prozent betragen. Aufgrund der unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen des Landes liege die Bandbreite der Arbeitslosenquoten zwischen 2,7 Prozent im Landkreis Biberach und 7,4 Prozent im Stadtkreis Pforzheim.

Die Zahl der gemeldeten Stellen fügt sich in das Gesamtbild. Zwar habe sie im Januar im Vergleich zum Dezember um 2.062 Stellen (minus 2,7 Prozent) abgenommen. Gegenüber dem Vorjahresmonat wurde jedoch ein Plus von 22,7 Prozent oder 13.572 Arbeitsplätzen verzeichnet, sagte Strobel. Derzeit sind 73.259 offene Stellen gemeldet, von denen 94 Prozent sofort besetzt werden könnten.

Arbeitsministerin Katrin Altpeter (SPD) wertete dies als einen handfesten Beleg für die ungebrochene wirtschaftliche Dynamik in Baden-Württemberg. Sie kritisierte jedoch, dass mehr als 35 Prozent dieser unbesetzten Arbeitsplätze von Zeitarbeitsfirmen angeboten würden.

“Wenn diese Entwicklung anhält, werden die Chancen für die Benachteiligten am Arbeitsmarkt, ein stabiles Beschäftigungsverhältnis zu bekommen, immer geringer”, sagte die Ministerin. Sie appellierte an die Betriebe, auf neuen Arbeitsplätzen wieder mehr Menschen direkt einzustellen. Zeitarbeit müsse “die absolute Ausnahme” bleiben, um Auftragsspitzen abzufedern.

In vielen Branchen des Landes werde weiterhin Beschäftigung aufgebaut, sagte Strobel. Am stärksten wuchs dabei die Zeitarbeit, die Ende November 2011 ein Plus von 8,3 Prozent im Vergleich zu November 2010 erreichte. Im Finanz- und Versicherungsbereich würden nach wie vor Arbeitsplätze gestrichen.

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