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10.04.2010

Bundeswehr sieht in Gefecht bei Kundus keine neue Qualität

Berlin – Auch nach dem Tod von drei Soldaten bei Gefechten nahe Kundus sieht die Bundeswehr keine neue Qualität des Afghanistan-Einsatzes. Dies gehe aus dem vorläufigen Abschlussbericht zu den Vorgängen hervor, berichtete die „Leipziger Volkszeitung“ am Samstag. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte bei einem Besuch im Einsatzführungskommando in Potsdam die Unterstützung der Bundesregierung für die Soldaten in Afghanistan.

Bei dem Gefecht am Karfreitag nahe Kundus waren auch acht Bundeswehrsoldaten verletzt worden, vier von ihnen schwer. Zudem wurden sechs afghanische Soldaten irrtümlich von Bundeswehr-Soldaten erschossen. In dem Abschlussbericht zu den Gefechten heißt es laut „Leipziger Volkszeitung“, Mutmaßungen über tschetschenische Scharfschützen an der Seite der Taliban hätten sich ebensowenig bestätigt wie Berichte über stundenlang medizinisch unversorgt gebliebene Bundeswehrsoldaten.

Unter dem Eindruck der Gefechte stattete Merkel in Begleitung von Generalinspekteur Volker Wieker am Samstag dem Einsatzführungskommando bei Potsdam einen Besuch ab, das den Einsatz in Afghanistan koordiniert. Die Bundesregierung werde sich auch künftig weiterhin dafür einsetzen, dass die Soldatinnen und Soldaten alles erhalten, was für Ihren Einsatz und Ihre Sicherheit wichtig ist, erklärte Merkel bei dem Besuch. Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Rainer Glatz, ergänzte, die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte werde in nächster Zeit weiter in den Mittelpunkt des umfassenden deutschen Engagement rücken.

Die Kanzlerin hatte sich am Freitag auf der Trauerfeier für die getöteten Bundeswehr-Soldaten im niedersächsischen Selsingen hinter die Mission in Afghanistan gestellt. Zugleich räumte sie ein, dass diese sich schwieriger gestaltete als erwartet.

Die Grünen forderten von der Bundesregierung Konsequenzen für das weitere Vorgehen in Afghanistan. Der Tod der drei Fallschirmjäger zeige, wie dringend eine Stabilisierungs- und Abzugsperspektive für die deutschen Soldaten am Hindukusch sei, sagte der Grünen-Fraktionvorsitzende Jürgen Trittin der „Rheinpfalz am Sonntag“. Das Bundeswehr-Feldlager bei Kundus wurde nach Angaben des Einsatzführungskommandos am Freitag erneut mit Raketen oder Granaten beschossen. Verletzt wurde demnach niemand.

Der Oberbefehlshaber der US- und NATO-Truppen in Afghanistan, Stanley McChrystal, lobte derweil den Bundeswehr-Einsatz. „Ich bin wirklich von der Leistungsfähigkeit der deutschen Armee beeindruckt“, sagte der US-General dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ will McChrystal in der kommenden Woche bei einem mehrtägigen Besuch in Berlin um mehr deutsche Unterstützung für die neue US-Strategie in Afghanistan werben.

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