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19.09.2009

Bundeswehr Oberst soll falsche Befehle gegeben haben

Kabul/Berlin – Der Isaf-Offizier Oberst Georg Klein, der den Befehl für den tödlichen Luftangriff in Afghanistan gegeben hatte, soll schwere Fehler begangen haben. So lehnte er es anscheinend ab, die Menschenansammlung bei den zwei entführten Tanklastwagen vor einem unmittelbar bevorstehenden Luftangriff zu warnen.

Die Besatzung der F-15-Jagdbomber soll den deutschen Oberst und seinen Fliegerleitoffizier in Kunduz gefragt haben, ob sie mit ihren Jets nicht zunächst im Tiefflug über die Tanker donnern sollten, schreibt der „Spiegel“ am Montag. Eine solche Demonstration der Stärke, „Show of Force“ genannt, hätte möglicherweise Taliban-Kämpfern, aber auch Zivilisten eine Chance zur Flucht gegeben. Klein lehnte dies aber anscheinend ab.

Auch die Frage der Piloten, ob eine akute Bedrohung, ein sogenannter „imminent threat“, vorliege und die eigenen Truppen Feindberührung, genannt „troops in contact“, hätten, ließ der Oberst mehrfach durch seinen Fliegerleitoffizier mit einem knappen „confirmed“ bestätigen. Tatsächlich waren aber nach derzeitigem Kenntnisstand keine Truppen aus dem Feldlager in Kunduz ausgerückt, um die Lage im rund sechs Kilometer entfernten Flussbett zu erkunden, in dem sich die Tanker bereits Stunden vor dem Luftangriff festgefahren hatten.

Unterdessen forderte US-General Stanley McChrystal in seinem 60-Tage-Report, den er in der vergangenen Woche im Nato-Rat vorstellte, eine Verstärkung des zivilen Engagements. Außerdem plant der General nach eine Einteilung Afghanistans in Gefahrenzonen von Stufe 1 bis 3. Als klares Ziel benennt McChrystal auch die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte. Bis zum Jahr 2013 sollen rund 250.000 afghanische Soldaten und 160.000 Polizisten ausgebildet werden.

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© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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