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22.06.2010

Bundeswehr erwägt Reduzierung der Truppe auf 150.000 Mann

Berlin – Die Bundeswehr erwägt aufgrund der strengen Sparvorgaben von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) eine erhebliche Reduzierung der Streitkräfte von 250.000 auf 150.000 Mann. Diese Zahl ergibt sich aus einem ersten Sparmodell, das Generalinspekteur Volker Wieker errechnen ließ. Das berichtet die „Welt“ in ihrer Dienstagausgabe.

Demnach würde der darin vorgesehene Personalabbau per „Rasenmähermethode“ in allen Teilstreitkräften drastische Einschnitte mit sich bringen. Wie die Zeitung weiter schreibt, lässt Wieker indes noch mehrere weitere Modelle erarbeiten, die dem Vernehmen nach einen geringeren Personalabbau vorsehen. Bis Ende Juli hat der Generalinspekteur Zeit, Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) verschiedene Varianten für die Zukunft der Bundeswehr vorzulegen.

Maßstab dafür sind die Sparvorgaben des Finanzministeriums, die Ausgabenkürzungen von rund 4,3 Milliarden Euro in den kommenden vier Jahren verlangen. SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels warf Guttenberg derweil vor, er betreibe eine „Sicherheitspolitik nach Kassenlage“. Das 150.000-Mann-Modell erfordere eine „Radikaloperation, die politisch nicht begründet“ sei. „Herr Guttenberg schlägt einen neuen deutschen Sonderweg ein“, sagte Bartels gegenüber der Zeitung. Das Modell erweise sich zudem als „ein unfreundlicher Akt gegenüber unseren Bündnispartnern“.

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