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Aigner geht mit Bankvorständen hart ins Gericht

© Deutscher Bundestag / Lichtblick / Achim Melde

28.09.2011

Schlechte Bankberatung Aigner geht mit Bankvorständen hart ins Gericht

Grund für schlechte Beratung sei das interne Anreizsystem.

Berlin – Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) ist mit dem Management der Banken hart ins Gericht gegangen. „Ein Grund für schlechte Bankberatung ist das interne Anreizsystem der Banken“, sagte Aigner dem „Handelsblatt“. Meist seien nicht die Berater das Problem, sondern falsche Vorgaben aus den Chefetagen der Banken. Die Bankmitarbeiter hätten in der Regel ein Interesse daran, vernünftig und seriös zu beraten. „Berater sehen sich aber leider oft durch einen hohen Vertriebsdruck daran gehindert“, sagte Aigner dem Blatt weiter.

Regelmäßige Rechtfertigungsgespräche beim Chef über zu niedrige Verkaufszahlen seien in der Branche leider keine Seltenheit. Enge, produktbezogene Verkaufsvorgaben würde eine sachgerechte Beratung der Kunden teilweise unmöglich machen. Manche Banken hätten aus ihren Fehlern wenig gelernt und leisteten sich weiterhin gravierende Versäumnisse. Einige Institute glaubten immer noch, sie könnten die Wünsche ihrer Kunden ignorieren.

Auch nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi dominieren noch die Vertriebsvorgaben für Bankmitarbeiter. Die Beratungspraxis habe sich seit der Lehman-Pleite 2008 nicht wirklich verändert, obwohl die Branche seit dieser Zeit erheblich an Vertrauen verloren habe, so Berthold Bose, Verdi-Fachbereichsleiter in Hamburg.

Aigner reagierte damit auf eine Studie, die die Fondsgesellschaft Fidelity heute in Frankfurt vorgestellt hatte. Danach vertrauen deutsche Anleger ihren Finanzberatern heute sehr viel weniger als noch vor drei Jahren – bei Ausbruch der Finanzmarktkrise. Der Anteil der deutschen Anleger, die ihrem Berater voll vertrauen, sank binnen Jahresfrist von 16 auf 13 Prozent. Ein Fünftel habe nur noch wenig oder gar kein Vertrauen mehr in die Finanzberater.

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