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08.03.2010

Bundesregierung will verstärkt gegen sexuellen Missbrauch an Schulen vorgehen

Berlin – Nachdem immer mehr Missbrauchsfälle an deutschen Schulen und Internaten bekannt werden, hat sich nun auch die Bundesregierung in die Debatte eingeschaltet. So hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) eine Verlängerung der Verjährungsfristen für sexuellen Missbrauch gefordert. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass zum Teil erst viele Jahre nach dem Missbrauch gesprochen wird“, erklärte Schavan. Das dürfe allerdings nicht die Wichtigkeit und Brisanz der Vorfälle schmälern. „Es muss gelingen, die Dunkelziffer zu verringern und das zum Teil jahrzehntelange Schweigen aufzubrechen“, stimmte SPD-Vorstandsmitglied Ralf Stegner der Bildungsministerin zu.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sieht in Schavans Forderungen nach eigener Aussage indes „kein Allheilmittel“ zur Lösung des Problems. Wichtiger sei ihrer Ansicht nach das Durchbrechen der Schweigemauer, die es in vielen Einrichtungen gebe. Vor allem der Vatikan behindere durch eine entsprechende Direktive die Aufklärung von Missbrauchsfällen. Diese Richtlinie verlangt, entsprechende Fälle zunächst geheim zu halten und stattdessen intern untersuchen zu lassen. Der Deutsche Lehrerverband forderte ferner die Abstimmung eines bundesweit einheitlichen Vorgehens gegen Missbrauchsfälle an Schulen. Dazu sollen noch in diesem Monat die Kultusminister der Länder zu einer Sonderkonferenz zusammentreffen.

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