Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Politik - newsburger.de

Keine Ministerin von „Merkels Resterampe

© dapd

21.02.2013

Wanka Keine Ministerin von „Merkels Resterampe“

Programm für mehr als sieben Monate vorgestellt.

Berlin – Die neue Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) hat ein weit über die Bundestagswahl hinausreichendes Programm vorgestellt. Auf ihrer ersten Pressekonferenz als Bundesministerin sagte die 61-Jährige am Donnerstag in Berlin, sie setze Schwerpunkte in sechs Bereichen, auch wenn sie wisse, dass nicht alles bis zur Wahl am 22. September abzuarbeiten sei. Am Morgen war sie von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) vereidigt worden und hatte ihren Amtseid mit der Formel bekräftigt: „So wahr mir Gott helfe.“

Wanka sagte, sie sehe sich nicht als die Ministerin von „Merkels Resterampe“, wie sie von der SPD genannt worden war. Als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sie am 9. Februar gebeten habe, die Nachfolge von Annette Schavan (CDU) anzutreten, habe sie gerne zugesagt und sei „ein bisschen geschmeichelt“ gewesen. Sie schätze die Leistung der Kanzlerin und CDU-Vorsitzenden sehr.

Sie wolle nicht nur Politik für sieben Monate machen, sagte Wanka und fügte hinzu: „Ich bin gerne Ministerin.“ Die aus Sachsen stammende und in der DDR-Bürgerbewegung engagierte Politikerin hatte zunächst in Brandenburg als Wissenschaftsministerin erste Erfahrungen gesammelt. Dann wechselte sie als erste Ostdeutsche in gleicher Position in eine westdeutsche Landesregierung nach Niedersachsen. Auf die Frage, ob sie sich um ein Bundestagsmandat bewerben wolle, sagte sie: „Nein, das werde ich auf keinen Fall.“

Wanka sagte, dass sie „das große Glück habe, dass Annette Schavan ein wirklich gut bestelltes Haus hinterlassen hat“. Schavan war nach der Aberkennung ihres Doktortitels wegen Plagiatsvorwürfen am 9. Februar von ihrem Amt zurückgetreten. Ihre Nachfolgerin Wanka wurde als Mathematikerin 1980 über die „Lösung von Kontakt- und Steuerproblemen mit potentialtheoretischen Mitteln“ zum Doktor promoviert. Ihre Arbeit liege inzwischen digital vor und „kann auch untersucht werden“, sagte Wanka und lächelte.

Keine große Hoffnung auf eine Grundgesetzänderung

Drei Themen lägen in ihrem Ressort auf dem Tisch, sagte Wanka. Dazu gehöre, den Hochschulpakt zum Ausbau von Studienmöglichkeiten fortzusetzen. In der Lehrerbildung müsse die Anerkennung von Abschlüssen gesetzlich geregelt werden. Außerdem strebe sie weiter eine Grundgesetzänderung mit dem Ziel an, das Kooperationsverbot von Bund und Ländern in der Bildungspolitik aufzuheben.

„Mein Wunsch wäre, dass es zu einer Grundgesetzänderung kommt“, sagte Wanka und fügte hinzu: „Ich habe keine große Hoffnung, dass da bis zur Wahl noch etwas erfolgt.“ Wenn aber doch, könnte der Bund beispielsweise einen Lehrstuhl für Inklusion fördern. Darunter versteht man beispielsweise die Einbeziehung von Behinderten.

Darüber hinaus seien ihr aber drei weitere Punkte sehr wichtig, sagte Wanka. Einmal sei dies die Bildungsgerechtigkeit, dabei besonders die Schwachstellen beim Übergang von beruflicher und akademischer Bildung. Um die Energiewende voranzutreiben, will die Bundesbildungsministerin ein neues Format für die Bündelung der Energieforschung entwickeln. Und schließlich soll bei der Erforschung von Volkskrankheiten der Schwerpunkt noch stärker auf die Prävention gelegt werden.

Auch die Frauenförderung sei nötig, sagte die Ministerin auf Nachfrage. Als in der DDR aufgewachsene Frau sei sie erst gegen eine Frauenquote gewesen, habe aber „im Laufe der Jahre die Meinung geändert“. Sie halte die Förderung für erforderlich, weil es noch immer eine gläserne Decke gebe, die Frauen den Aufstieg versperre. Zum Streit in der Bundesregierung über den richtigen Weg der Förderung wollte Wanka nicht Stellung nehmen. „Es gibt verschiedene Wege – ich würde nicht A oder B wählen“, sagte sie.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© dapd / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/bundesregierung-wanka-sieht-sich-nicht-als-ministerin-von-merkels-resterampe-60874.html

Weitere Nachrichten

Stephan Mayer CSU

© Henning Schacht / CC BY-SA 3.0 DE

Tschetschenische Asylanträge Union verlangt beschleunigte Bearbeitung

Nach den jüngsten Razzien gegen Tschetschenen unter Terrorverdacht hat die Union eine beschleunigte Bearbeitung von Asylanträgen von Tschetschenen durch ...

Landesgrenze Bayern

© Kontrollstellekundl / CC BY-SA 3.0

Schengen-Raum DIHK kritisiert Verlängerung der Grenzkontrollen

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, hat die Empfehlung der EU-Kommission zu einer weiteren ...

Christian Lindner FDP

© Dirk Vorderstraße / CC BY 3.0

FDP Lindner würde Pleite der Deutschen Bank hinnehmen

In der Diskussion um die Zukunft der krisengeschüttelten Deutschen Bank hat FDP-Chef Christian Lindner nach einem Bericht der in Essen erscheinenden ...

Weitere Schlagzeilen