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26.03.2010

Bundesregierung prüft AKW-Laufzeitverlängerung

Berlin – Die Bundesregierung will Szenarien von Gutachtern errechnen lassen, die eine Verlängerung der Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke um bis zu 28 Jahre vorsehen. „Das ist eine der möglichen Alternativen“, bestätigte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Freitag in Berlin. Derzeit arbeiten Union und FDP an einem energiepolitischen Gesamtkonzept, auf dessen Grundlage ab Herbst die Entscheidung über die Laufzeiten für Kernkraftwerke in Deutschland getroffen werden soll.

Ursprünglich sollten dafür Szenarien mit Verlängerungen von 5, 10, 15 und 20 Jahren formell geprüft werden. Nun ist von 4, 12, 20 und 28 Jahre die Rede. Die Unionsfraktion hatte sich am Dienstag dafür stark gemacht, auch eine Verlängerung bis zu 28 Jahre zu prüfen. Damit würden Atommeiler bis zu 60 Jahre lang betrieben werden. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hatte bislang davon gesprochen, die Kraftwerke seien nur für 40 Jahre ausgelegt.

Die schwarz-gelbe Koalition will mit den Laufzeitverlängerungen die Zeit überbrücken, bis genügend Strom aus erneuerbaren Energiequellen zur Verfügung steht. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier bezeichnete heute die Überlegungen zu den langen Laufzeiten als „grotesk„. „Das ist abenteuerlich. Erst recht, wenn keiner weiß, wohin mit dem Atommüll“, sagte Steinmeier.

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