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Bundesregierung nimmt Schattenbanken ins Visier

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24.01.2012

König Bundesregierung nimmt Schattenbanken ins Visier

Neue BaFin-Präsidentin Elke König offiziell ins Amt eingeführt.

Frankfurt/Main – Die Bundesregierung will mithilfe der Bonner Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) verborgenen Geldgeschäften einen Riegel vorschieben. Mit der verstärkten Regulierung des Bankenwesens steige das Risiko, dass die Finanzjongleure in das Schattenbankenwesen abwanderten, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am Dienstag in Frankfurt am Main. Das sei “nur menschlich”, müsse deswegen aber nicht akzeptiert werden, fügte der CDU-Politiker hinzu.

Damit gab der Minister der neuen BaFin-Präsidentin Elke König einen klaren Auftrag: Schlupflöcher zu schließen und die Finanzmärkte wieder zu Helfern der Realwirtschaft zu machen. Schäuble, der zur feierlichen Amtsübergabe an König in die Frankfurter Geschäftsstelle der BaFin gekommen war, sagte: “Dazu brauchen wir eine Entschleunigung der Märkte”. König übernahm das Amt bereits im Dezember vom langjährigen Präsidenten Jochen Sanio.

Sanio bereitete in seiner Abschiedsrede König darauf vor, dass sie viele schwierige Entscheidungen werde treffen müssen. Dabei brauche sie auch ein wenig Glück, sagte Sanio, denn die Informationslage sei häufig unklar. Bei der Glücksgöttin Fortuna “haben wir aus meiner Sicht noch etwas gut”, sagte Sanio.

Der Jurist war besonders während der Finanz- und Bankenkrise in Erscheinung getreten. Er hatte an vielen, zumeist am Wochenende abgehaltenen, langwierigen Rettungsrunden teilgenommen – etwa beim ersten deutschen Bankenopfer der Finanzkrise, der IKB.

Mit König steht nun erstmals eine Frau an der BaFin-Spitze. In ihrer Einführungsrede kündigte sie an, sich “mit Vehemenz” dafür einzusetzen, “das Schattenbankensystem zu regulieren”. Auch sie teile die Auffassung, dass die Gefahr zur Abwanderung steige. Je strenger die Banken reguliert würden, desto größer werde der Anreiz, den Regeln auszuweichen.

Mit Schattenbanken werden besonders Geldmarkt- und Hedge-Fonds bezeichnet, die häufig längerfristige Geschäfte mit kurzfristigen Zinsgeschäften finanzieren oder auf fallende Kurse spekulieren. Schätzungen der Bundesregierung zufolge machen Schattenbanken rund 30 Prozent des weltweiten Finanzsystems aus – in den USA sogar mehr als die Hälfte. Ihr Geschäftsvolumen hat sich demnach zwischen 2000 und 2010 auf rund 50 Billionen Euro verdoppelt.

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