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10.04.2019

Bundesregierung Mehrheit will nicht im Home Office arbeiten

Insgesamt arbeiteten 2017 zwölf Prozent im Home Office.

Berlin – 69 Prozent der Deutschen, die aktuell nicht von zu Hause aus arbeiten, wollen auch gar nicht im sogenannten Home Office beschäftigt sein. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linke-Fraktion hervor, über welche die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagsausgaben) berichten.

Die Bundesregierung bezieht sich in ihrer Antwort unter anderem auf eine Sonderauswertung der Arbeitszeitbefragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) von 2017.

Von den übrigen 31 Prozent, die gerne im Home Office arbeiten würden, lasse bei 22 Prozent die ausgeübte Tätigkeit kein Arbeiten von zu Hause zu, bei den anderen neun Prozent erlaube der Arbeitgeber oder der Vorgesetzte die Arbeit von zu Hause nicht. Insgesamt arbeiteten 2017 zwölf Prozent im Home Office. Das waren drei Prozent mehr als noch 2015.

Derzeit wird der Antwort zufolge Home Office vor allem von hochqualifizierten Spitzenverdienern genutzt. 41 Prozent der BAuA-Befragten mit einem monatlichen Bruttogehalt von mindestens 5.000 Euro haben Home Office vereinbart. Rund jeder Fünfte mit einem hohen Bildungsabschluss arbeite im Home Office. Bei denjenigen mit niedrigem Bildungsabschluss sind die Zahlen so gering, dass sie gar nicht gelistet werden.

Insgesamt zeigt die Antwort, dass mehr Männer (14 Prozent) als Frauen (10 Prozent) im Home Office tätig sind. Auch gibt es ein deutliches Ost-West-Gefälle. In Sachsen arbeiten zehn Prozent im Home Office, in allen anderen ostdeutschen Bundesländern sind die Fallzahlen für eine Erfassung zu gering gewesen. Spitzenreiter im Home Office sind Hessen (16 Prozent), Baden-Württemberg (15 Prozent) und Berlin (14 Prozent).

Wer zu Hause arbeitet, macht häufiger Überstunden. 14 Prozent der Beschäftigten im Home Office kommt auf über zehn Überstunden pro Woche. Im klassischen Beschäftigungsverhältnis ist die Zahl nur halb so hoch.

Im Bundesarbeitsministerium wird aktuell an einem Gesetz gearbeitet, um Home Office zu stärken. Der zuständige Staatssekretär Björn Böhning (SPD) sagte den Funke-Zeitungen, dass man den Unternehmen mit dem geplanten Gesetz „eine rechtliche Orientierung“ geben wolle. „Die Tarifparteien bleiben aber auch künftig verantwortlich für die Ausgestaltung moderner Arbeitszeitmodelle“, sagte Böhning. Der Staatssekretär hält es für sinnvoll, wenn dabei „auch Maßnahmen der Gesundheitsförderung und des Stressabbaus“ vereinbart werden würden.

Fragestellerin und Linken-Arbeitssprecherin Jessica Tatti sagte den Funke-Zeitungen, dass es ein „Recht auf Nicht-Erreichbarkeit und eine Anti-Stress-Verordnung“ brauche, um Beschäftigte im Home Office zu schützen.

Auch Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) sagte den Funke-Zeitungen, dass das Recht auf Nicht-Erreichbarkeit eingehalten werden müsse. „Home Office kann dann funktionieren, wenn es Arbeitnehmerinnen und -nehmern mehr Möglichkeiten zur Gestaltung ihrer Arbeit im Einklang mit ihrem Lebensalltag ermöglicht. Aber das bedeutet auch: Die Arbeit muss vollständig erfasst und vergütet werden – und sie muss ein Ende haben“, sagte Buntenbach.

Grundsätzlich begrüße der DGB die Pläne des Arbeitsministeriums. Allerdings bedarf es laut Buntenbach klarer Regeln. Dem zusätzlichen Stress durch Home Office müsse man „unbedingt einen Riegel vorschieben“, sagte Buntenbach den Funke-Zeitungen.

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