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15.01.2011

Bundesregierung 2011 mehr als zwei Prozent Wirtschaftswachstum

Berlin – Die deutsche Wirtschaft steht nach Einschätzung der Bundesregierung vor einem weiteren Erfolgsjahr. Das geht nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ aus dem Jahreswirtschaftsbericht hervor, den das Kabinett am kommenden Mittwoch verabschieden will. Besonders erfreulich ist aus Sicht der beteiligten Ressorts, dass der Aufschwung nicht mehr allein am Export hängt, sondern zunehmend auch vom privaten Konsum getragen wird. Den Informationen zufolge erwartet die Regierung für das laufende Jahr ein Wirtschaftswachstum von zweieinviertel Prozent. Die exakte Prognose soll erst zu Wochenbeginn festgelegt werden, sie dürfte zwischen 2,2 und 2,4 Prozent liegen.

Damit sind Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und die übrigen beteiligten Ressortchefs spürbar optimistischer als bei ihrer letzten Schätzung Ende Oktober. Damals hatten sie für 2011 ein Plus von 1,8 Prozent vorhergesagt. Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft um 3,6 Prozent gewachsen, so stark wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Zuvor hatte sie allerdings im Zuge der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise einen beispiellosen Einbruch um 4,7 Prozent erlebt. Sollte das Bruttoinlandsprodukt 2011 nun tatsächlich um mehr als zwei Prozent steigen, hätte Deutschland die schwerste Rezession der Nachkriegsgeschichte binnen zwei Jahren wieder ausgebügelt.

Auffallend ist, dass es im Gegensatz zu manch früherem Konjunkturhoch nicht allein die Exportindustrie ist, die den Aufschwung trägt. Vielmehr gibt es laut Jahreswirtschaftsbericht im privaten Konsum diesmal ein tragfähiges zweites Standbein. Die Kaufunlust vieler Bürger hatte die Konjunkturentwicklung in den vergangenen 20 Jahren immer wieder gedämpft und der Bundesrepublik überdies den Vorwurf eingebracht, auf Kosten des Auslands zu wirtschaften. Zu den Gründen für die schwache Binnennachfrage zählten unter anderem niedrige Lohnzuwächse, eine hohe Arbeitslosigkeit und die traditionell starke Spar-Neigung der Menschen.

Dass nun wieder mehr eingekauft wird, liegt auch daran, dass die Gehälter zuletzt deutlicher gestiegen sind und die Erwerbslosigkeit laut Bericht mit einem erwarteten Jahresdurchschnitt von etwa 2,9 Millionen Arbeitslosen auf den niedrigsten Stand seit 1992 zusteuert. Im Vergleich zu 2010 läge der Rückgang bei 300.000 Betroffenen. Diese Einschätzung deckt sich mit Voraussagen anderer Experten. So gehen auch die Wirtschaftsweisen, das Ifo-Institut und die Bundesagentur für Arbeit davon aus, dass die durchschnittliche Arbeitslosenzahl knapp unter der Drei-Millionen-Marke liegen wird.

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