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16.01.2011

Bundeskartellamt überprüft hohe Benzinpreise

Bonn – Angesichts der hohen Kraftstoffpreise von derzeit rund 1,50 Euro pro Liter Super hat sich nun das Bundeskartellamt eingeschaltet. Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ prüft die Behörde aktuell in den vier Modellregionen Hamburg, Köln, Leipzig und München, ob hier Autofahrern gezielt zu hohe Preise abverlangt wurden, indem die Benzinpreise an einem Tag mehrfach angehoben und anschließend wieder gesenkt wurden. Jeweils 100 Tankstellen mussten jede Preisänderung der vergangenen drei Jahre an das Bundeskartellamt melden.

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) drohte den Mineralölkonzernen in „Bild am Sonntag“: „Es ärgert die Menschen, dass die Spritpreise ständig Achterbahn fahren, vor allem diejenigen, die täglich auf das Auto angewiesen sind. Das Bundeskartellamt schaut sich deshalb gerade detailliert an, wie sich die Kraftstoffpreise entwickeln. Ende Januar gibt es die Ergebnisse. Dann müssen wir auf Grundlage der Erkenntnisse auch darüber sprechen, welche Konsequenzen sich daraus ergeben.“

Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass der Spritpreis in absehbarer Zeit nicht sinken wird. Norbert Walter, ehemaliger Chefvolkswirt der Deutschen Bank, gegenüber der Zeitung: „Ich halte es für sehr unrealistisch, dass die Sprit-Preise in diesem Jahr unter die Marke von 1,50 Euro fallen werden.“ Die Hauptursachen sieht Walter im hohen Rohölpreis und im schwachen Euro. Er warnt: „Für die Zukunft will ich auch einen Preis von 1,60 Euro pro Liter nicht ausschließen.“

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