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Bundesbank will offenbar Lehman-Pfand abstoßen

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19.01.2012

Lehman Bundesbank will offenbar Lehman-Pfand abstoßen

Financial Times: Es handelt sich um die Hälfte eines Portfolios namens “Excalibur”.

Frankfurt/Main – Die Bundesbank bereitet einem Bericht zufolge den Verkauf eines knapp eine Milliarde Euro schweren Pakets aus Kreditpapieren an einen großen US-Finanzinvestor vor. Dabei handele es sich um die Hälfte eines Portfolios namens “Excalibur”, das die gescheiterte Investmentbank Lehman Brothers als Sicherheit bei der Europäischen Zentralbank habe, berichtete die “Financial Times”. Die Bundesbank wollte dies am Donnerstag unter Verweis auf ihre Verschwiegenheitspflicht nicht bestätigen.

Bei dem Investor handelt es sich laut dem Zeitungsbericht um das Unternehmen Lone Star, das sich auf die Beteiligung an sanierungsbedürftigen Unternehmen und die Verwertung fauler Kredite spezialisiert hat. Der Finanzinvestor hatte in der Vergangenheit bereits die deutsche Pleitebank IKB übernommen.

Die Bundesbank bestätigte, dass sie nach mehreren Bankpleiten 2008 Rückstellungen von rund 5,7 Milliarden Euro gebildet habe. “Durch schonende Verwertung konnten diese Rückstellungen bis Ende 2010 auf rund 2,2 Milliarden Euro reduziert werden”, heißt es in der Mitteilung der Bank. Im vergangenen Jahr sei die Summe mit dem Verkauf von hinterlegten Sicherheiten weiter abgebaut worden, eine Zahl liege aber noch nicht vor.

Damit decken sich die Angaben mit denen der “Financial Times”, in deren Bericht von Papieren im Wert von knapp zwei Milliarden Euro die Rede ist, die sich noch als Folge der Lehman-Pleite in den Händen der Bundesbank befänden.

Die Bundesbank bestätigte auch die Existenz des “Excalibur”-Paketes, das aus forderungsbesicherten Wertpapieren (englisch: Asset-Backed-Securities, ABS) bestehe. ABS sind verbriefte Kredite. Den Papieren ist meist nicht anzusehen, ob die dahinterstehenden Kreditnehmer in der Lage sind, ihre Schulden zurückzuzahlen. Der bisweilen unüberschaubare Handel mit ABS gilt als einer der Auslöser der Finanzkrise 2008.

Bei “Excalibur” handele es sich um die größte noch verbliebene Einzelposition in ihren Büchern, erklärte die Bundesbank. Der ursprüngliche Nominalwert des Pakets belief sich den Angaben zufolge auf 2,16 Milliarden Euro. “Das ABS Excalibur ist eine hochkomplexe Verbriefung, für die weltweit nur wenige große, finanzstarke und risikobereite Investoren infrage kommen”, erklärte die Bundesbank.

Dies würde den Einstieg des finanzkräftigen Investors Lone Star erklären. Weiter erklärten die Zentralbanker, sie wollten “im Interesse der Allgemeinheit und letztlich des Steuerzahlers Sicherheiten wie ‘Excalibur’ situationsgerecht bestmöglich” verwerten. Aus den Lehman-Sicherheiten seien von ursprünglich 33 verschiedenen Papieren 28 bereits zu Geld gemacht worden.

Laut dem Zeitungsbericht ist noch unklar, wie viel Lone Star für das “Excalibur”-Paket bezahlen werde. Bei früheren Geschäften ähnlicher Art sei aber ein Nachlass von rund 40 Prozent als fair betrachtet worden.

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