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Agentur für Arbeit sieht harten Kern von Empfängern

© Bundesagentur für Arbeit

15.09.2011

Hartz-IV Agentur für Arbeit sieht harten Kern von Empfängern

„Ein weiterer Abbau der Arbeitslosigkeit fällt immer schwerer.“

Nürnberg – Die Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnet damit, dass der Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit in Zukunft schwieriger wird. Dies geht aus einer neuen Untersuchung der BA hervor, die der „Süddeutschen Zeitung“ vorliegt.

In der Studie heißt es: „Ein weiterer Abbau der Arbeitslosigkeit fällt immer schwerer, je weniger Arbeitslose verblieben sind.“ Mit jedem weiteren Aufschwung ergatterten die besser qualifizierten, jüngeren (Kurzzeit)-Arbeitslosen Jobs. „Der Anteil der älteren, schlechter qualifizierten und länger Arbeitslosen nimmt so immer weiter zu“, schreiben die Autoren der Untersuchung.

BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt sagte der SZ: „Es bleiben in den Jobcentern diejenigen zurück, bei denen eine Integration in den Arbeitsmarkt sich selbst in weiter Zukunft nicht abzeichnet.“ Nach seiner Rechnung benötigt der harte Kern, etwa 20 Prozent der etwa zwei Millionen Arbeitslosen im Hartz-IV-System, 80 Prozent der Mittel. „Je verfestigter die Arbeitslosigkeit ist, umso mehr müssen wir für Qualifizierung, Trainings, Schuldner- oder Suchtberatung ausgeben.“

Der BA-Manager sieht deshalb die Milliarden-Kürzungen bei Programmen für Arbeitslose, die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in den nächsten Jahren weiter fortsetzen will, mit Sorge: „Es gilt nicht der Automatismus, dass bei sinkenden Arbeitslosenzahlen weniger Geld für Arbeitsmarktpolitik benötigt wird.“

Alt wies auch darauf hin, dass „zu viele Menschen in Hartz IV zurückfallen“. Die Bundesagentur will deshalb nach eigenen Angaben bei einem Test in einem bayerischen Jobcenter herausfinden, wer und warum innerhalb kurzer Zeit nach Arbeitsaufnahme wieder in die staatliche Grundsicherung zurückkehrt. BA-Manager Alt sprach sich deshalb dafür aus, dass die Jobcenter in Zukunft den Arbeitslosen länger zur Seite stehen. „Nicht mehr ,Tschüss und weg`, sondern ein begleitendes Coaching bei Arbeitsaufnahme muss die Devise sein“, sagte er der Zeitung.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen hatte sich in den vergangenen fünf Jahren nahezu halbiert. Sie fiel von 1,7 Millionen auf 886.000. Dabei gelang es der BA nach einer neuen Auswertung ebenfalls, die Dauer der Arbeitslosigkeit im Hartz-IV-System zu reduzieren. Sie ging binnen drei Jahren bis August 2011 von 81,4 auf 71,6 Wochen zurück.

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