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Brustimplantat-Skandal soll Konsequenzen haben

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04.03.2012

PIP Brustimplantat-Skandal soll Konsequenzen haben

Strengeres Prüfverfahren für Medizinprodukte gefordert.

Berlin – Nach dem Skandal um minderwertige Brustimplantate der französischen Firma Poly Implant Prothèse (PIP) haben Behörden Konsequenzen gefordert. EU-Gesundheitskommissar John Dalli schlug ein zentrales Register für Medizinprodukte vor. Der TÜV-Rheinland-Vorstandsvorsitzende Manfred Bayerlein verlangte ein strengeres Prüfverfahren. Die Implantate stehen im Verdacht, gesundheitsgefährdend zu sein und zu platzen. Die Firma hatte für die Kissen minderwertiges Industriesilikon verwendet.

Dalli sagte der Zeitung „taz“ vom Wochenende, Patienten müssten genau wissen, welches Produkt in ihrem Körper stecke. Herstellername, Baujahr und Chargennummer müssten in einem Register verzeichnet sein – egal, ob es sich um ein Silikonkissen oder eine künstliche Hüfte handele. „Wir können die Mitgliedsstaaten jetzt vielleicht endlich überzeugen, etwas zu ändern“, wird er zitiert.

Bayerlein vom TÜV Rheinland forderte ein 4-Punkte-Programm zur Reform des Prüfverfahrens bei Medizinprodukten. So sollten Fertigungsstellen unangekündigt kontrolliert werden und Stichproben am Band gezogen werden können, schlug er im Nachrichtenmagazin „Focus“ vor. Auch von Produkten, die bereits auf dem Markt seien, sollten Stichproben genommen werden. Weiterhin müsse eine Baumusterprüfung obligatorisch vorgeschrieben werden, Prüforganisationen und Aufsichtsbehörden müssten ihre Informationen austauschen.

Der TÜV Rheinland hatte den PIP-Implantaten das Gütesiegel CE erteilt. Bayerlein sprach von einem groß angelegten Betrug. Leider sei das bisherige Prüfverfahren nicht in der Lage, so extrem kriminelle Handlungen zu unterbinden. „Dass Frauen Implantate tragen, von denen sie nicht wissen, ob sie in Ordnung sind oder ein erhöhtes Gesundheitsrisiko beinhalten, tut uns furchtbar leid“, sagte er.

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