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Drohne "Reaper"

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22.06.2013

Einsatz von Kampfdrohnen Nato-Oberbefehlshaber weist Kritik zurück

Vor jedem Einsatz würden Berechnungen angestellt.

Brüssel – Der neue Oberbefehlshaber der Nato, US-General Philip M. Breedlove, weist Kritik aus Deutschland am Einsatz von Kampfdrohnen zurück. Es scheine „da draußen“ ein Gefühl zu geben, dass diese ferngesteuerten Geräte „gehirnlos und automatisch“ seien, sagte Breedlove der Tageszeitung „Die Welt“.

„Dabei sind sie genau das Gegenteil. Sie werden von einem Team von talentierten und disziplinierten Leuten geflogen.“ Predators, Reapers oder Global Hawks seien „ferngesteuerte Fluggeräte, die nur von Pilotenteams geflogen werden, die sich komplett an Nato-Einsatzregeln halten, die von 28 Nationen beschlossen wurden“, betonte Breedlove.

Er selbst benutze das Wort „Drohne“ nicht, weil es in seinen Augen falsche Dinge suggeriere. Bei den ferngesteuerten Fluggeräten, wie er sie nennt, seien mehr Menschen als beispielsweise bei einem Kampfjet eingebunden, die analysierten, was getan werde, gegebenenfalls auch Juristen. „Wir schauen also, ob es angebracht ist, diese Waffe zu diesem Zeitpunkt einzusetzen, oder ob wir besser aus einer anderen Richtung schießen sollten“, sagte Breedlove. Vor jedem Einsatz würden Berechnungen angestellt, um Kollateralschäden einzuschätzen.

Bedrohung durch Angriffe über das Internet

Zunehmend Sorgen macht sich der Nato-Oberbefehlshaber wegen möglicher Angriffe über das Internet. „Ich bin wirklich besorgt über die Möglichkeit, mit einer Cyberattacke die Fähigkeiten einer Nation, sich zu verteidigen, drastisch zu vermindern oder die Bereitstellung öffentlicher Dienstleistungen zu unterbrechen“, sagte Breedlove. „Das sind keine trivialen Angelegenheiten, und diese Möglichkeiten sind ja auch schon unter Beweis gestellt worden.“ Beim Treffen der Verteidigungsminister habe er bereits über einen gemeinsamen Weg gegen diese Bedrohung gesprochen: „Wie wir uns kollektiv verteidigen, und ob wir uns überhaupt kollektiv gegen solche Gefahren verteidigen.“

Angesprochen auf den aktuellen Krisenherd im Nahen Osten, betonte der Vier-Sterne-General: „Wir planen nicht für Syrien.“ Die Nato bestehe aus 28 unabhängigen Nationen, die einen Konsens finden müssten. Als führender militärischer Kommandeur müsse er vom Nato-Rat beauftragt werden, Planungen durchzuführen. „Das ist nicht passiert.“

Der 57 Jahre alte Luftwaffengeneral ist seit dem 13. Mai Oberbefehlshaber für alle Militäreinsätze der Nato. Bei seinem Antrittsbesuch als sogenannter Saceur in Deutschland lobte er die transatlantischen Beziehungen: „Die Verbindungen zwischen den Vereinigten Staaten und Europa bleiben sehr stark“, sagte Breedlove, der einen Großteil seiner militärischen Karriere in Europa verbracht hat. Die Nato hält er für das „erfolgreichste Bündnis der Weltgeschichte“. Nur wegen deren Stärke könnten sich die USA auf die Probleme im Pazifikraum konzentrieren.

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