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Geldautomat in Athen

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26.06.2015

Bericht Geldgeber bieten Griechenland drittes Hilfsprogramm an

Finanzhilfen von 15,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Brüssel – Die internationalen Gläubiger haben Griechenland eine Verlängerung des laufenden Hilfsprogramms um fünf Monate angeboten sowie ein drittes Rettungspaket über drei Jahre. Das geht aus Dokumenten von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) vom 25. Juni hervor, die dem „Handelsblatt“ vorliegen.

Bis einschließlich November stellen die Institutionen der Athener Regierung insgesamt Finanzhilfen von 15,5 Milliarden Euro in Aussicht. Davon sollen zwölf Milliarden Euro von den Europäern kommen und 3,5 Milliarden vom IWF, wie aus der Übersicht der drei Institutionen hervorgeht. Das Geld solle in vier Tranchen bis Oktober ausgezahlt werden, so der Plan.

Teilweise wollen die Europäer Geld, das bisher für die Rekapitalisierung griechischer Banken gedacht war, umwidmen und Athen für die Staatskasse zur Verfügung stellen. Insgesamt würde Athen dadurch 8,7 Milliarden Euro vom Rettungsschirm EFSF in den kommenden fünf Monaten erhalten, sieht der Plan vor.

Zudem heißt es in der vorläufigen Analyse zur Schuldentragfähigkeit, die dem „Handelsblatt“ ebenfalls vorliegt, dass man ein „neues 3-Jahres-Programm mit weiterer Finanzierung“ benötige.

Gleichzeitig geht aus der Analyse aber auch hervor, dass es aufgrund des zusätzlichen Finanzbedarfs bisher nicht gelingt, die griechischen Schulden auf ein tragfähiges Niveau zu bringen. Unter allen Szenarien werde der Schuldenstand deutlich über dem ursprünglichen Ziel von 110 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2022 liegen, heißt es in der Analyse. Deshalb bedürfe es Schuldenerleichterungen, wie etwa längerer Laufzeiten der bisherigen Hilfskredite der Europäer, hieß es ergänzend in Verhandlungskreisen. Diese Maßnahme sei aber noch umstritten.

Ein weiteres Problem sei, dass die Athener Regierung ihre Reformen erst bis zum Herbst liefern wolle, sagte ein Vertreter der Euro-Zone. Unter diesen Umständen würde der IWF seine 3,5 Milliarden Euro aber erst im Oktober bezahlen. Die Euro-Staaten müssten mit ihren vier Tranchen in Vorleistung gehen. Das wolle man aber nicht, heißt es.

Es werde eine parallele Auszahlung von EFSF und IWF angestrebt. Deshalb müsse die griechische Regierung bei den Sofortmaßnahmen – den so genannten prior actions – „den Turbo einlegen“, wie es hieß. Die prior actions seien einer der Hauptstreitpunkte neben der Frage der Schuldenerleichterungen, hieß es. Darüber müsse weiter verhandelt werden.

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