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„Brügge wird wieder zur Topadresse in Europa

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24.02.2012

Christoph Daum „Brügge wird wieder zur Topadresse in Europa“

Christoph Daum hat große Pläne.

Brügge – Die Enttäuschung stand Christoph Daum ins Gesicht geschrieben, als er mit seiner Frau Angelica Camm und den beiden Kindern das ein wenig in die Jahre gekommene Jan-Breydel-Stadion verließ. Der Abschied aus Europa mit dem belgischen Traditionsklub FC Brügge tat dem früheren Meistertrainer weh. Doch trotz aller Enttäuschung wäre Daum nicht Daum, wenn er nicht sogleich seine Vision von einer erfolgreichen Rückkehr auf die große Fußball-Bühne verkündet hätte. „Club Brügge entwickelt sich weiter und wird wieder eine Topadresse in Europa. Davon bin ich überzeugt“, sagte Daum nach der 0:1 (0:1)-Niederlage gegen Hannover 96 und dem K.o. in der Zwischenrunde der Europa League.

Da kam er wieder zum Vorschein, der Zampano Daum, der jeher das ganz Große im Sinn hatte. Egal ob in Köln, Stuttgart oder Istanbul – die Ansprüche konnten für den 58-Jährigen nie groß genug sein. Die Realität im beschaulichen Flandern sieht freilich anders aus. Gegen den Bundesliga-Siebten bekam der 13-malige belgische Meister klar die Grenzen aufgezeigt. Nur die Abschlussschwäche der Niedersachsen verhinderte eine noch weitaus deutlichere Niederlage. „Brügge beißt sich die Zähne aus“, titelte die belgische Zeitung „Het laatste Nieuws“ treffend.

Von internationalen Erfolgen wie etwa die Final-Teilnahmen im UEFA-Cup (1976) oder im Europapokal der Landesmeister (1978) unter Ernst Happel ist der Club Brügge derzeit meilenweit entfernt. „Vom Etat her sind wir europäisch nur zweitklassig, sportlich können wir einiges mit unseren Talenten und mit dem guten Scouting ausgleichen. Wir sind aber ein aufbauender und abgebender Verein. Wir können mit einigen Ligen Europas nicht mithalten“, erklärte Daum.

Deshalb werde er die Mannschaft mit seinem Anspruchsdenken auch gar nicht überfordern. „Da muss die eigene Enttäuschung und die Erwartungshaltung hintenan gestellt werden. Das ist Privatsache. Da will ich die Spieler stärken und nicht mit meiner Enttäuschung belasten“, sagte Daum und hob den Entwicklungsprozess der Mannschaft hervor. Talentierte Spieler habe er, die in Europa wichtige Erfahrungen gesammelt hätten. Erfahrungen, die für die Aufgaben in der heimischen Jupiler League hilfreich seien.

Da wartet am Sonntag mit dem Spiel beim Meister KRC Genk die nächste schwere Aufgabe. Es gehe darum, mit einem Sieg den zweiten Platz zu festigen. Ein Platz unter den ersten Drei ist das Ziel. Vom Meistertitel redet Daum (noch) nicht, auch wenn er mit 10 Siegen aus 13 Spielen den Klub wieder nach oben geführt hat. Spitzenreiter RSC Anderlecht erscheint mit sieben Punkten Vorsprung derzeit als zu übermächtig.

Trotzdem bleiben die Chancen durch das komplizierte Meisterschaftssystem – auch nach ganz oben – erhalten. Nach der Hauptrunde werden in Belgien die Punkte halbiert, und die besten sechs Klubs bestreiten eine Meisterrunde. Und spätestens dann wird Daum seinem Gusto entsprechend sicher nicht über zweite oder dritte Plätze sprechen.

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