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London Bridge am 03.06.2017

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11.06.2017

Brexit JP Morgan bereitet sich vor

London weiterhin die führende europäische Finanzmetropole.

London – Angesichts des drohenden Brexit stärkt das Wall-Street-Haus JP Morgan seine Standorte in der Europäischen Union (EU) mit Hunderten Bankern: „Wir werden zunächst einige hundert Positionen an anderen europäischen Standorten besetzen, um sicherzustellen, dass wir ab Tag eins unsere Kunden wie gewohnt bedienen können“, sagte JP Morgan Deutschland-Chefin Dorothee Blessing der „Welt am Sonntag“.

Das US-Institut habe in Europa bereits Banklizenzen in Dublin, Luxemburg und Frankfurt. „Darauf bauen wir auf“, sagte Blessing. „Wie viele Mitarbeiter wir nach Abschluss der Verhandlungen genau wohin versetzen müssen, wird sich zeigen.“

Trotzdem sieht sie in London weiterhin die führende europäische Finanzmetropole: „Die Rolle von London kann wohl keine andere Stadt in der EU in absehbarer Zeit übernehmen“, meinte Blessing. Die Finanzinfrastruktur dort sei über Jahrzehnte gewachsen. „Ich gehe stark davon aus, dass es künftig nicht ein Zentrum in der Euro-Zone, sondern unterschiedliche Standorte für unterschiedliche Geschäfte und Häuser geben wird“, sagte die Investmentbankerin im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“.

Gegenüber der geplanten Reform der Bankenregulierung von US-Präsident Donald Trump zeigte sie sich aufgeschlossen: „Unser Haus ist tatsächlich der Meinung, dass die Regulierung in der heutigen Form überprüft werden muss“, so Blessing. Als Antwort auf die Finanzkrise sei es richtig gewesen, neue Regeln und Kontrollmechanismen einzuführen – etwa neue Anforderungen an die Liquidität einer Bank und eine generell höhere Kapitalausstattung. „Einige der neuen Regeln haben aber in Summe und insbesondere im Zusammenspiel verschiedener internationaler Ansätze unbeabsichtigte Konsequenzen“, so Blessing.

Insgesamt fiel ihre Einschätzung der US-Regierung zurückhaltend aus: „Viele Projekte dauern in der Umsetzung länger oder sind unklar, und die Besetzung wichtiger Regierungsstellen läuft noch“, so Blessing. Das, gepaart mit der Sorge vor Protektionismus, führe zu Unsicherheit.

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