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Fertigung des Toyota Avalon

© Toyota

01.07.2012

Toyota Branchenprimus will Spitzenposition halten

„Wir sind, was die Qualität angeht, jetzt wieder auf Vorkrisenniveau.“

Berlin – Der Automobilhersteller Toyota will dauerhaft seine gerade wiedergewonnene Position als weltgrößter Autobauer verteidigen und die Rivalen General Motors (GM) sowie Volkswagen auf Abstand halten. Nach Informationen der „Welt am Sonntag“ (E-Tag: 1. Juli) peilt der japanische Konzern für das Geschäftsjahr 2012/13 einen Absatz von 9,6 Millionen Modellen der Marken Toyota, Lexus, Scion, Daihatsu und Hino an – zwei Millionen mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: GM setzte im vergangenen Jahr rund neun Millionen Fahrzeuge ab, VW 8,2 Millionen.

Beim Umsatz will Toyota die Marke von umgerechnet 209,52 Milliarden Euro erreichen, der Nettogewinn soll bei 7,23 Milliarden Euro liegen. „Wir wollen im Autogeschäft des Gesamtkonzerns eine Gewinnmarge von fünf Prozent erreichen“, sagte Deutschlandchef Ulrich Selzer der Zeitung. Bisher liegt sie bei mageren 1,5 Prozent.

Konzernchef Akio Toyoda hat dem Unternehmen eine ehrgeizige Wachstumsstrategie verordnet, die auf vier entscheidenden Säulen ruht: bessere Qualität, die Konzentration auf die wachstumsstarken Schwellenländer, einem höheren Anteil von Autos mit alternativen Antrieben sowie dem Ausbau von Kooperationen mit anderen Herstellern.

Internen Unterlagen zufolge ist im laufenden Geschäftsjahr ein Absatzplus von 478.000 Fahrzeugen für Nordamerika geplant, in Asien sollen 453.000 Modelle mehr abgesetzt werden als im abgelaufenen Geschäftsjahr. Besonders viel hat sich Toyota für Japan selbst vorgenommen: ein Plus von 129.000 Autos – dabei galt der Heimatmarkt bis zum Tsunami und der Reaktorkatastrophe im März vergangenen Jahres als gesättigt. Die weltweit 65 Werke des Konzerns laufen auf Hochtouren. „Unsere Kapazitäten sind ziemlich ausgelastet“, sagte Selzer.

Toyota will bis 2015 die Hälfte der Autos in Schwellenländern absetzen. Im vergangenen Jahr lag das Verhältnis bei 55 zu 45 Prozent für die etablierten Märkte wie die USA, Japan oder Europa. Dabei will Toyota verstärkt vor Ort Autos entwickeln und bauen, die besser als in der Vergangenheit lokalen Anforderungen entsprechen.

Auch bei den Zulieferern soll verstärkt auf Anbieter vor Ort zurückgegriffen werden. „Ziel in Thailand sind 81 Prozent lokale Zulieferung, in Indonesien 75 Prozent“, heißt es in den internen Zielvorgaben. Insgesamt soll vor allem in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) einschließlich Thailand und Indonesien die Produktion kontinuierlich hochgefahren werden. 2008 wurden in diesen sechs Ländern 1,7 Millionen Autos von Toyota produziert. 2013 sollen es 2,57 Millionen sein.

Der Hersteller will durch eine höhere Produktion außerhalb Japans auch das Problem mit dem starken Yen mildern, der Fahrzeuge von Toyota im Export teuer macht. Der Yen-Kurs ist einer der Hauptgründe für die schwache Gewinnmarge.

Mit der von Akio Toyoda ausgerufenen „Besinnung auf die Wurzeln des Unternehmens“ will der Automobilhersteller an alte Erfolge anknüpfen, die vor allem von der Robustheit der Fahrzeuge herrührte. Nach millionenfachen Rückrufen hat das Thema Qualität wieder höchsten Stellwert. Entwickler bekommen mehr Zeit für neue Projekte, kreative Pausen sind möglich, bis ein Bauteil als fertig gemeldet wird. Die Tests von Komponenten wurden ausgeweitet, die Funktionsprüfungen sind näher an realen Bedingungen. „Wir sind, was die Qualität angeht, jetzt wieder auf Vorkrisenniveau. Aber das ist nur der Anfang“, verspricht Selzer.

Selbiges gilt auch für die Zusammenarbeit mit anderen Autobauern. Lange hat sich Toyota als Einzelkämpfer in der Branche versucht, nun halten die Japaner – wie zuletzt mit BMW – verstärkt Ausschau nach Partnern. „Wir haben gesehen, dass wir nicht alles selber machen müssen und können“, sagt Selzer. „Wenn es bereits gute Lösungen gibt, müssen wir das Rad nicht neu erfinden. Wir sind für weitere Kooperationen offen.“

Vor allem bei Autos mit alternativen Antrieben will Toyota so einen großen Schritt nach vorne machen – und die Ziele der Japaner bei Fahrzeugen mit Batterie- oder Hybridantrieben oder mit Brennstoffzellen sind ehrgeizig. Ein Viertel der 80 Baureihen bieten bereits ein Modell mit alternativem Antrieb, 2020 soll jede Baureihe über ein solches Angebot verfügen. Eine Million Fahrzeuge mit Hybridantrieb will Toyota künftig bauen, mittelfristig soll jeder fünfte Neuwagen der Japaner ein Modell mit kombiniertem Verbrennungs- und Batteriemotor sein.

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