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Trauernde nehmen Abschied von acht Toten

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12.03.2013

Brand in Backnang Trauernde nehmen Abschied von acht Toten

1.000 Menschen bei Trauerfeier – Opfer werden in Türkei erneut obduziert.

Backnang – Rund 1.000 Menschen haben am Dienstag mit einer bewegenden Trauerfeier Abschied von den acht Toten der Brandkatastrophe in Backnang bei Stuttgart genommen. „Ganz Baden-Württemberg ist heute in Trauer vereint“, sagte Baden-Württembergs Vizeregierungschef Nils Schmid (SPD) bei der Feier für die Opfer türkischer Herkunft. Neben Schmid nahmen auch der stellvertretende türkische Ministerpräsident Bekir Bozdag und die baden-württembergische Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) teil.

Die Trauernden versammelten sich in einem Innenhof bei einer Moschee, die nur wenige Meter vom Brandort entfernt liegt. Bei dem Feuer in der Nacht zum Sonntag waren eine 40-jährige Mutter und sieben ihrer zehn Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und 16 Jahren ums Leben gekommen. Ein elfjähriger Sohn, ein Onkel und die Großmutter konnten sich auf einen Balkon retten und überlebten.

Nach der Trauerfeier wurden die mit deutschen und türkischen Flaggen geschmückten Särge mit den Opfern in Fahrzeuge getragen und zum Flughafen gebracht. Am Nachmittag sollten sie in die Türkei geflogen und nach Angaben Bozdags dort erneut obduziert werden. Die Beerdigung in der Türkei ist für Mittwoch geplant.

Mit Tränen in den Augen sprach Schmid bei der Trauerfeier über „Kinder, die nie wieder auf der Straße spielen werden mit Freunden“ und eine „Mutter, die nie wieder rufen wird: Kommt zum Essen.“ Den Trauernden versicherte er, dass sich alle Menschen – egal woher sie kommen und welcher Religion sie angehören – „hier sicher und zu Hause fühlen dürfen“. „Wir werden alles daran setzen, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird“, betonte Schmid.

Bozdag sagte bei der Trauerfeier laut Übersetzer, er finde keine Worte für das Geschehene. Millionen türkische Bürger teilten den Schmerz. Er rief die Ermittler auf, bei der Suche nach der Brandursache „sämtliche Möglichkeiten“ in Betracht zu ziehen. Sie müssten technische Ursachen genauso berücksichtigen wie „radikale Dinge, die wir in der Vergangenheit schon erleben mussten“.

Er sagte, die Türkei werde die Ermittlungen auch weiter verfolgen. „Wir möchten darauf vertrauen, dass die baden-württembergische Regierung und die Bundesregierung sämtliche Untersuchungen in der gesamten Breite tätigen und eine detaillierte Auskunft über die Ursache geben“, betonte Bozdag, der von 20 Abgeordneten des türkischen Parlaments begleitet wurde. Schmid versicherte: „Wir werden alles daran setzen, dass die Ursache herausgefunden wird.“ Darauf könnten sich die Trauernden verlassen.

Unterdessen suchen die Brandermittler weiter fieberhaft nach der Ursache für den Großbrand in dem Wohnhaus. Ein Polizeisprecher sagte, er hoffe, dass die Untersuchungen bis Ende dieser Woche abgeschlossen seien. Fest steht mittlerweile die Todesursache. Die Obduktion ergab, dass die Opfer im Rauch erstickten, wie der Sprecher erläuterte. Er rechnete nicht damit, dass bei der erneuten Obduktion ein anderes Ergebnis herauskommt.

Bei ihren Untersuchungen zur Brandursache konzentrieren sich die Ermittler der Kriminalpolizei und des Landeskriminalamts vor allem auf die Hauselektronik wie einen Holzofen, andere technische Geräte und Stromleitungen. Einen fremdenfeindlichen Anschlag schließen die Ermittler weiter aus. „Die Fakten sprechen in keinem Fall dafür, dass Einwirkungen von außen zu dem Brand geführt haben“, sagte der Polizeisprecher.

Bekannte und Familienangehörige hatten von maroden Zuständen in dem Gebäude berichtet und Vorwürfe gegen den Vermieter erhoben. So soll es etwa Probleme mit elektronischen Leitungen gegeben haben, um die sich der Vermieter aber nicht gekümmert haben soll. Dem Polizeisprecher zufolge wird den Hinweisen nachgegangen.

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