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Zapfsäule

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22.12.2013

BP-Europa-Chef „E10 verteuert Benzin um zwei Cent“

Kritik auch an der Energiewende.

London – Das Biobenzin E10 macht das Tanken teurer. Das hat jetzt erstmals der Chef eines Ölkonzerns eingeräumt, berichtet die „Welt am Sonntag“. Um die gesetzlich vorgeschriebene Quote zu erfüllen, müssen die Konzerne dem Benzin Bioanteile beimischen oder Biokraftstoff-Zertifikate erwerben. „Das muss bezahlt werden, auch bei BP. Umgerechnet auf den Liter Benzin macht diese Belastung etwa zwei Cent aus“, sagte BP-Europachef Michael Schmidt der Zeitung.

Das Superbenzin mit zehn Prozent Bioethanol-Anteil bleibe zudem 2013 ein Ladenhüter, so die Zeitung: Der Absatzanteil liegt bei BP und anderen großen Tankstellenketten bei höchstens 20 Prozent.

Der BP-Chef hält die Benzinsorte nicht für die beste Lösung, unabhängiger vom Rohöl zu werden und im Individualverkehr weniger Schadstoff auszustoßen. „So lange wir Biokomponenten der ersten Generation den Kraftstoffen beimischen, ist E10 nicht der Stein der Weisen“, sagte Schmidt. Echte Innovation gebe es erst bei den Biokraftstoffen der zweiten Generation, bei denen Kraftstoff zum Beispiel aus Abfällen gewonnen wird. Dennoch wird E10 nach Aussage des BP-Chefs nicht wieder vom Markt genommen werden.

Zugleich kritisiert der Ölmanager die Umsetzung der Energiewende in Deutschland. „Das Ziel ist 100 Prozent richtig, beim Wie und Wann habe ich Bedenken. So wie wir in Deutschland die Energiewende angehen, wird sie nicht gelingen“, sagte der BP-Europachef. Auf der einen Seite wolle die Mehrheit der Deutschen den Ausbau der erneuerbaren Energie. Doch wenn es auf der anderen Seite um neue Hochspannungsleitungen oder Windräder gehe, wolle keiner sie vor der eigenen Tür haben. „Für mich sieht das so aus, als ob ein kleines Kind mit dem Fuß aufstampft und trotzig ist“, sagte Schmidt. Die Deutschen müssten ihr Verhalten grundlegend ändern.

Zudem hält der Manager die Pläne der neuen Bundesregierung beim Erneuerbare-Energie-Gesetz für wenig erfolgversprechend. „Was die Koalition da plant, dürfte wohl in Brüssel auf Bedenken stoßen, wenn man sich jetzt die Entscheidung zur Eröffnung des Beihilfeverfahrens ansieht“, sagte Schmidt. Die Tage seien gezählt, die das bestehende Gesetz noch durchgehe.

Auch die Ausnahmen für Energie intensive Unternehmen dürften auf Dauer in der EU immer schwerer durchzusetzen sein. Höhere Belastungen hätten etwa für Raffinerien weitreichende Folgen. „Dann importiert Deutschland bald Benzin aus indischen Raffinerieanlagen. Das wäre eine doppelte Abhängigkeit, von Ölstaaten und Raffineriestaaten“, sagte Schmidt.

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