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Bosch kauft in den USA groß ein

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24.01.2012

Unternehmen Bosch kauft in den USA groß ein

US-Autoservicespezialist soll für 883 Millionen Euro übernommen werden.

Stuttgart – Der Automobilzulieferer Bosch will mit einem der größten Zukäufe der jüngeren Firmengeschichte die lukrative Service- und Softwaresparte ausweiten. Der Konzern übernehme den Geschäftsbereich Service Solutions von der US-amerikanischen SPX Corporation für 1,15 Milliarden Dollar (etwa 883 Millionen Euro), wie Bosch am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Eine ähnliche Größenordnung hatte einem Unternehmenssprecher zufolge zuletzt der Kauf des Solarzellenherstellers ersol Solar Energy im Jahr 2008 für über eine Milliarde Euro. Im Geschäftsbereich Automotive Aftermarket, der das Ersatzteil- und Werkstättengeschäft umfasst, ist es die größte Übernahme bisher.

Das Geschäft soll noch im ersten Halbjahr 2012 über die Bühne gehen, muss aber zuvor von den Kartellbehörden genehmigt werden. Bosch und die börsennotierte SPX Corporation unterzeichneten am Montag einen entsprechenden Vertrag.

“Mit diesem Kauf kommen wir auf Platz zwei weltweit im Bereich Diagnose”, sagte Sprecher Andreas Kempf. Vorher sei Bosch unter den ersten fünf platziert gewesen. Dem Sprecher zufolge füllt der Zukauf das Portfolio “lückenlos” auf. Bosch profitiert den Angaben zufolge von dem SPX-Deal in zwei Aspekten. “Er öffnet uns ganz stark den Markt in Nordamerika”, sagte Kempf weiter. Auch die Präsenz in Asien werde ausgebaut. Bosch war bislang im Software- und Servicebereich vor allem in Europa stark.

Zum anderen erwirbt Bosch auch wichtige Daten von SPX. Das Unternehmen habe eine “enorm große und breite Datenbasis”. Diese könnte beispielsweise auch Autoherstellern zur Verfügung gestellt werden.

Im Automotive-Aftermarket-Bereich sieht Bosch deutliches Wachstumspotenzial. Dem Sprecher zufolge liegt das Marktvolumen weltweit derzeit bei 42 Milliarden Euro, woran Bosch 2010 einen Anteil von etwa zehn Prozent hatte.

Auch das Geschäft mit Software ist für Bosch ein Wachstumsgeschäft. Das Unternehmen stellt sich immer stärker in dem Bereich auf und hat eigens die Bosch Software Innovations GmbH gegründet. Unter anderem hatte es erst im Sommer 2011 die Berliner Softwarefirma Inubit übernommen.

Service Solutions entwickelt und vertreibt Diagnose- und Servicegeräte, Werkstattzubehör und Software. Der Geschäftsbereich erwirtschaftete 2011 einen Umsatz von geschätzten 660 Millionen Euro. Rund 2.700 Mitarbeiter arbeiten in 17 Ländern, darunter in Deutschland. Im Geschäftsbereich Automotive Aftermarket hatte Bosch bereits im Sommer in Taiwan die Unipoint-Gruppe übernommen. Mit den beiden Akquisitionen wachse der Bereich auf insgesamt 15.000 Mitarbeiter, hieß es.

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