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13.12.2009

Bombenaffäre: Neue Ungereimtheiten belasten Guttenberg

Berlin – Aus dem Geheim-Bericht des amerikanischen ISAF-Kommandeurs General Stanley McChrystal zur Bombenaffäre nahe Kundus lassen sich offenbar dramatische Fehler und Versäumnisse des deutschen Kommandeurs Oberst Klein ableiten. Das berichtet das ARD-Magazin „Bericht aus Berlin“ heute Abend unter Verweis auf den dreifach geheim gestempelten englischen Bericht über die Ereignisse vom 4. September 2009. Dieser listet auf, dass „keine unmittelbare Bedrohung“ für das deutsche Lager bestand, es gab außerdem keine Feindberührung. Dies gibt jedoch Oberst Klein – so der Bericht – vor, als er den F15-Piloten das Bombardement befiehlt.

Schneiderhan: Alle maßgeblichen Informationen im Com-Isaf-Bericht In Bedrängnis gerät auch Verteidigungsminister zu Guttenberg. Der von ihm entlassene Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan hat gegenüber „Bericht aus Berlin“ erklärt, dass alle wesentlichen Informationen zum Bombardement im Com-Isaf-Bericht verarbeitet worden seien. Dieser habe Guttenberg bei Amtsantritt vorgelegen. Schneiderhan ergänzte: Er und Staatsekretär Wichert hätten in einem Gespräch mit zu Guttenberg am 25. November um 14:20 Uhr auf Nachfrage insgesamt vier weitere Berichte genannt, dabei aber keine Unterrichtung über Inhalte derselben gegeben.

Der von zu Guttenberg entlassene General bestätigte: Außer dem COM-ISAF-Bericht und einem Bericht des Internationalen Roten Kreuzes habe der Minister vor seiner Pressekonferenz am 6. November keine weiteren Berichte vorliegen gehabt. Merkel wurden Informationen vorenthalten Nach Informationen von „Bericht aus Berlin“ wurden dem Kanzleramt vom Verteidigungsministerium interne Bundeswehr- und Nato-Berichte vorenthalten. Dies geschah noch zur Amtszeit von Franz Josef Jung.

Die ersten vertraulichen Untersuchungsberichte wurden strikt unter Verschluss gehalten, trotz Nachfrage des Kanzleramts. Erst zwei Tage nach der Regierungserklärung von Angela Merkel sollen die Berichte dem Kanzleramt am 10. September übermittelt worden sein. Vier Tage lang hatte das Verteidigungsministerium Anfragen abgeblockt, heißt es im „Bericht aus Berlin“.

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