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GM droht mit Schließung des Opel-Werks

© dapd

08.02.2012

Bochum GM droht mit Schließung des Opel-Werks

Betriebsrat und Unternehmenssprecher verweisen auf Standortgarantie bis 2014.

Bochum/Rüsselsheim – Angebliche Pläne zur Schließung des Opel-Werks in Bochum bringen den kriselnden Autohersteller erneut in die Negativschlagzeilen. Auslöser ist ein Bericht des “Wall Street Journal”, wonach der US-Mutterkonzern General Motors (GM) wegen hartnäckiger Verluste in Europa drastische Einsparungen erwägt. Der Vorsitzende des Opel-Gesamtbetriebsrats, Wolfgang Schäfer-Klug, verwies am Mittwoch umgehend auf eine Bestandsgarantie für alle Werke bis Ende 2014, auch betriebsbedingte Kündigungen seien ausgeschlossen.

Ein Opel-Sprecher in Rüsselsheim wollte den Bericht nicht bestätigen und sagte lediglich, das Unternehmen müsse “in die Lage versetzt werden, auch dauerhaft Gewinne zu schreiben”. Ein Sprecher des Werks in Bochum, wo 3.100 Mitarbeiter beschäftigt sind, verwies ebenso wie die Arbeitnehmervertreter auf die Bestandsgarantie bis Ende 2014.

Dem Zeitungsbericht zufolge steht auch die Fertigung der Opel-Schwestermarke Vauxhall mit 2.100 Beschäftigten im britischen Ellesmere Port auf der Kippe. “Wenn Opel gerettet wird, dann jetzt, und die Einschnitte werden tief gehen”, sagte ein nicht namentlich genannter GM-Manager dem Blatt.

GM hat in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahrs 580 Millionen Dollar (438 Millionen Euro) in Europa verloren. Der US-Konzern GM schreibt dagegen hohe Gewinne, seitdem er sich in einem Insolvenzverfahren von teuren Pensionsverpflichtungen trennen und unprofitable Werke schließen konnte.

Am 16. Februar stellt der Konzern seinen Jahresabschluss vor. In dem Zeitungsbericht ist von “horrenden” Verlusten bei Opel im vierten Quartal die Rede. Die Einschnitte vor zwei Jahren seien nicht tief genug gewesen, wird der GM-Manager zitiert, “es gibt eine zunehmende Frustration” wegen Opel.

Bislang habe GM aber keine Einigung mit den Gewerkschaften über Lohnverzicht und mögliche Standortschließungen erzielt, schrieb die Zeitung. Im Gespräch sei die Verlagerung von Teilen der Produktion aus Korea, um Jobverluste auszugleichen.

Der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel bezeichnete die Gerüchte über eine Werksschließung als geschäftsschädigend. “Das brauchen wir nicht, wir brauchen Ruhe, um gute Autos zu bauen”, sagte Einenkel der WAZ-Mediengruppe. Es gebe klare Verträge mit der Opel-Mutter. “Wir erwarten, dass sich GM auch daran hält.”

Das Werk in Bochum sei derzeit ausgelastet und produziere exklusiv für Europa den neuen Zafira Tourer. Allerdings gehe es auch darum, das Unternehmen in Europa “wettbewerbsfähig aufzustellen”.

Für schädlich hält auch der Autoexperte Stefan Bratzel die erneuten Gerüchte über eine mögliche Schließung des Bochumer Opel-Werkes. “Opel kommt nicht aus den Negativschlagzeilen raus”, sagte der Leiter des Center of Automotive in Bergisch-Gladbach der Nachrichtenagentur dapd. Bereits 2009 war das Bochumer Werk von einer Schließung bedroht. Wenn in diesem Jahr die Spekulationen wieder losgingen, dann sei das ein “Schrecken ohne Ende”, der auch dem Opel-Image schade.

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