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Bundesnachrichtendienst BND Berlin

© Simon - Pierre Krautkrämer / CC BY-SA 3.0

16.01.2015

Bericht BND spionierte 71.500 DDR-Bürger aus

Ex-Ministerpräsident Modrow seit 1958 unter Beobachtung.

Berlin – Der Bundesnachrichtendienst (BND) und seine Vorläuferorganisation Gehlen haben zwischen 1946 und April 1990 mindestens 71.500 DDR-Bürger ausspioniert. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, über die die in Berlin erscheinende Tageszeitung „neues deutschland“ (Samstagausgabe) berichtet.

Über entsprechende Überwachungsaktionen des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) konnte die Regierung keine Auskunft geben, »da ein Großteil der Unterlagen« aufgrund gesetzlicher Bestimmungen vernichtet worden sei. Auch die Dokumente des Militärischen Abschirmdienst existieren den Angaben zufolge nicht mehr. Laut Bundesregierung sei die Ausforschung in der DDR endgültig erst im April 1990 eingestellt worden.

Linkenpolitiker Korte fordert Entschuldigung

Hans Modrow, der als DDR-Ministerpräsident unter anderem in Moskau und mit Bundeskanzler Helmut Kohl den Weg zur deutschen Einheit geebnet hatte, ist vom BND seit 1958 beobachtet worden. Das Interesse des Verfassungsschutzes an dem LINKEN-Politiker und langjährigen Abgeordneten des Bundestages sowie des Europaparlaments endete erst im März 2013. Jan Korte, Vizechef der Linksfraktion forderte gegenüber „neues deutschland“ von der Bundesregierung: „25 Jahre nach dem Fall der Mauer ist es an der Zeit, sich bei Modrow zu entschuldigen.“

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