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07.08.2011

BND-Akten: Westen war vorab über den Mauerbau informiert

Koblenz – Die Regierungen in Washington und London sind vorab von der sowjetischen Regierung über den Bau der Berliner Mauer informiert worden. Das geht aus neuen Akten hervor, die der Bundesnachrichtendienst (BND) jetzt an das Bundesarchiv in Koblenz abgegeben hat. Demnach berichtete der Geheimdienst über eine Sitzung des Kabinetts vom 17. August, in der die Ministerrunde mit dieser Erkenntnis konfrontiert wurde.

Sie vereinbarten darüber „strengste Geheimhaltung“, das Ministertreffen wurde auch nicht in die offiziellen Kabinettsprotokolle aufgenommen und blieb bis heute unbekannt. Adenauer persönlich seien zudem vom sowjetischen Botschafter Andrej Andrejewitsch Smirnow „gewisse Andeutungen über eine vorherige sowjetisch/amerikanische `Verständigung` bezüglich der Absperrmaßnahmen gemacht worden“, heißt es in dem BND-Papier. Das berichtet das Nachrichtenmagazin „Focus“.

Die auf 5.000 Seiten zusammengefassten Berichte erhärten auch den Verdacht, dass die damalige Bundesregierung unter Kanzler Konrad Adenauer (CDU) und der West-Berliner Senat unter Willy Brandt (SPD) vom westdeutschen Geheimdienst vor rigiden Absperrmaßnahmen zwischen Ost- und West-Berlin gewarnt worden waren, diese Warnungen aber offenbar missachteten. Brandt und sein damaliger Pressechef Egon Bahr hatten in ihren Memoiren behauptet, der BND sei völlig ahnungslos über die Vorbereitungen für die Absperrmaßnahmen gewesen.

Schon bislang vom BND an das Bundesarchiv abgegebene Berichte hatten darauf hingedeutet, dass der Geheimdienst seit Jahren über drohende Absperrmaßnahmen an die Politik berichtet hatte. Den konkreten Termin des 13. August hatte er allerdings tatsächlich erst wenige Tage vorher gemeldet. Der Bericht war aber weder in Bonn noch in West-Berlin beachtet worden.

Brandts und Bahrs Äußerungen erscheinen im Licht der neuen Akten wie Schutzbehauptungen. Inzwischen sei klar, dass der BND „viel besser unterrichtet“ gewesen sei, als „Politiker jahrzehntelang glauben machen wollten“, urteilte die Historikerin Daniela Münkel.

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