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Blogger plädieren für Zusammenarbeit mit Medien

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30.04.2012

Presse Blogger plädieren für Zusammenarbeit mit Medien

Einbindung in redaktionelle Arbeit kann „besonders wertvoll sein“.

Berlin – Blogger aus Iran, China, Russland und Ägypten haben sich für eine intensivere Zusammenarbeit mit den etablierten westlichen Medien ausgesprochen. Bei der Verbreitung der Inhalte spielten die europäischen und amerikanischen Medien eine bedeutende Rolle, sagte Isaac Mao, der zu den bekanntesten Bloggern Chinas zählt, am Montag in Berlin. Zum einen gehe es darum, einem möglichst breiten Kreis über die Situation in den Ländern aufzuklären. Zugleich schütze eine große Aufmerksamkeit die Schreiber vor Repressionen in ihrem Land.

Den internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai nahm die Deutsche Welle zum Anlass, um Blogger über ihre Arbeit berichten zu lassen. „Je bekannter ein Blogger ist, desto sicherer ist er“, sagte Mao. Einem weltweit bekannten Schreiber könne ein Staat nicht einfach den Mund verbieten, ohne selbst in Kritik zu geraten.

Der iranische Blogger Arash Abadpour sagte, auch die Einbindung der Blogger in die redaktionelle Arbeit der etablierten Medien sei „von besonderem Wert“. „Diejenigen, die Iran verlassen haben und jetzt schreiben, sind Diamanten Sie kennen die Lage in ihrem Land und die dort lebenden Menschen wie kein anderer“, betonte Abadpour.

Dass der Kontakt auch inspirierend sein kann, sei am Beispiel Russlands zu sehen, sagte der russische Journalist, Internet-Experte und Blogger, Alexander Plushev. „Heute haben wir eine kreative Klasse in Russland, die im Grunde im Internet lebt“, beschrieb Plushev die Lage in seiner Heimat. Was die Organisation von politischem Widerstand betreffe, seien die Menschen „inspiriert von ihren arabischen Kollegen“. Als Beispiel nannte Plushev den „Aufmarsch der Millionen“, zu dem Kritiker Putins anlässlich dessen Amtseinführung am 7. Mai aufgerufen haben. Vorbild hierfür sei der Aufruf in Ägypten gewesen.

Eine weitere Möglichkeit, sich einem möglichst weltweiten Publikum zu präsentieren, sind nach Angaben der Aktivisten die sogenannten Bridge-Blogger. Dabei gehe es darum, die Einträge in möglichst viele Sprachen zu übersetzen, erklärte der IT-Experte und deutsche Blogger Markus Beckedahl. Damit könne eine weitaus größere Dimension an Lesern erreicht werden.

Die Deutsche Welle vergibt am 3. Mai den internationalen Blog Award „The BOBs„, der Webseiten in elf Sprachen auszeichnet, die im Sinne der Meinungsfreiheit den offenen Diskurs im Internet vorantreiben.

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