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07.09.2011

Bischöfe dämpfen Hoffnung auf schnelle Reformen

Berlin – Kurz vor dem Besuch von Papst Benedikt XVI. in Deutschland dämpfen die deutschen Bischöfe die Hoffnung auf schnelle Reformen wie eine baldige Zulassung von evangelischen Ehepartnern und geschiedenen Katholiken zum katholischen Abendmahl.

„Diese Fragen beschäftigen uns, sie kommen auch in unserem Gesprächsprozess vor. Sie sind dem Papst bekannt. Es sind Fragen, die es theologisch zu durchdringen wie auch pastoral zu bedenken gilt. Allerdings gehe ich davon aus, dass es bei diesem Besuch nicht zu konkreten Aussagen kommen wird, da ist noch einiges zu prüfen“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, im Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“. Zollitsch sagte weiter, dass die Bischöfe die Fragen „nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben“ wollen, allerdings bräuchten sie die entsprechende Zeit, „um das seriös zu lösen“.

Positiv äußerte sich Zollitsch über Überlegungen in der evangelischen Kirche, den Papst als Ehrenoberhaupt anzuerkennen. „Ich glaube, diesen Gedanken sollte man in einer guten Weise vervollständigen. Wenn sich da etwas entwickeln würde, so würde ich das als ein schönes Zeichen sehen. Der Papst wird ja schon von einer breiten Weltöffentlichkeit als Sprecher der Christenheit verstanden“, sagte Zollitsch der Zeitung.

Dennoch hob er Meinungsverschiedenheiten zu den Protestanten beim Kirchenverständnis hervor: „Wenn ich an Deutschland denke: Die evangelische Kirche versteht sich als Kirche. Und ich respektiere das. Es geht mir nicht darum, um Begriffe zu streiten. Aber letztlich bleibt uns die Frage nicht erspart, wer unter „Kirche“ was versteht.“

Gleichwohl erhofft sich der Oberhirte einen ökumenischen Impuls vom Besuch des Papstes: „Papst Benedikt wird in Erfurt in das Kloster gehen, in dem Luther gelebt hat, als Mönch und als Priester. Ich persönlich gehe davon aus, dass die Stunden in Erfurt eine Ermutigung für die Ökumene sein werden. Und ich kann mir vorstellen, dass aus der Begegnung mit den Vertretern der evangelischen Kirchen ein Auftrag erwächst, gemeinsam noch einige Dinge aufzuarbeiten, die uns trennen.“

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© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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