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Birnbacher vom Pechvogel zum WM-Favoriten

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01.02.2012

Weltcup Birnbacher vom Pechvogel zum WM-Favoriten

“Schlüsselerlebnis der Karriere” in Oslo – Schon drei Saisonsiege.

Leipzig/Oslo – Irgendwie ist Andreas Birnbacher seine aktuelle Glückssträhne unheimlich. “Ich hoffe, ich werde nicht krank und die gute Form hält noch eine Weile an”, sagt der dreimalige Saisonsieger vor dem Auftaktsprint des Biathlon-Weltcups in Oslo (Donnerstag, 14.30 Uhr). Ausgerechnet in seinem zehnten Jahr in der Weltelite mit der Heim-WM in Ruhpolding als Höhepunkt ist der einstige Pechvogel zum Medaillen-Favoriten avanciert und kann sogar den Weltcup gewinnen.

“Ich stehe zwar auf Platz drei, aber die Saison ist noch lang. Da kann noch viel passieren. Ich konzentriere mich immer nur auf das nächste Rennen. Der Rest kommt dann schon von alleine”, sagt Birnbacher zurückhaltend. Mit gutem Grund. Zu oft in seiner langen Karriere wurde der Schlechinger schon in Momenten aus der Bahn geworfen, in denen er auf den Durchbruch in die Elite der ganz Großen seines Metiers hoffte.

Schon 2004 vor der damaligen Heim-WM in Oberhof war der viermalige Junioren-Weltmeister durch Erkältungen zurückgeworfen worden, die WM 2009 verpasste der wegen einer hartnäckigen Virus-Infektion. Zwischendurch war er auch mal von der Fußbank abgerutscht – dreifacher Bänderriss.

So blieb die in der Mixedstaffel 2008 in Östersund an der Seite von Magdalena Neuner erlaufene WM-Goldmedaille bislang der größte sportliche Erfolg des einst als großes deutsches Talent gefeierten Skijägers aus dem Chiemgau. Mal klappte das Schießen prima, dann mal wieder das Laufen. Beides brachte Birnbacher nur selten in Perfektion zusammen. Und so schien der sympathische Blondschopf spätestens bei den Olympischen Spielen 2010 auf dem absteigenden Ast, als er mit zwei Strafrunden sein Staffelrennen verpatzte und das deutsche Quartett aus den Medaillenrängen auf Platz fünf abrutschte.

Am Ende vergingen zwischen seinem ersten Weltcup-Podestplatz (3. im Sprint im Dezember 2004 in Pokljuka) und dem ersten Weltcup-Triumph mehr als sechs Jahre. Vor einem knappen Jahr ausgerechnet am traditionsreichen Holmenkollen in Oslo war es so weit. Für Birnbacher ein “Schlüsselerlebnis in meiner Karriere.”

Seitdem läuft die Karriere des Mannes vom Chiemsee (geboren in Prien) quasi auf der Überholspur. Drei Weltcup-Erfolge im aktuellen Winter, zwei davon in seiner Paradedisziplin Massenstart (Vizeweltmeister 2007 hinter Michael Greis), insgesamt acht Top-Ten-Plätze in bislang 14 Rennen: “Es passt eigentlich alles.”

Im Gesamtweltcup liegt der Sportsoldat im Range eines Hauptfeldwebels mit 494 Punkten nur knapp hinter Spitzenreiter Martin Fourcade (Frankreich/546) sowie Doppel-Weltmeister Emil Hegle Svendsen (Norwegen/519). Mit dem Gelben Trikot mag der 30-Jährige aber nicht spekulieren. Lieber mit einer Medaille bei der WM vor der Haustür. “Da bin ich bei den Kandidaten”, sagt Birnbacher. Und schränkt ein: “Aber ein Selbstläufer wird das nicht.”

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