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Bieterstreit um TV-Rechte setzt Sky zu

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03.04.2012

Pay-TV Bieterstreit um TV-Rechte setzt Sky zu

Aktionäre fürchten Verlust der Fußball-Bundesliga – Kurs stürzt ab.

München – Große Sorge bei Sky: Die Aktionäre des Pay-TV-Senders fürchten einen Verlust der Bundesliga-Übertragungsrechte an die Deutsche Telekom. Bei der Hauptversammlung am Dienstag in München machten die Vertreter der Kleinaktionäre deutlich, wie wichtig die Fußball-Bundesliga für den Sender sei. Sie fragten, wie der Sender auf einen Verlust der Bundesliga-Rechte reagiere. Vorstandschef Brian Sullivan wollte sich nicht zum laufenden Bieterverfahren äußern. Sein Vorstandskollege Holger Enßlin wies nur daraufhin, dass Sky seit vielen Jahren ein „verlässlicher Partner der Bundesliga“ sei und das auch bleiben wolle.

Die Berichte über das Rechte-Duell mit der Telekom setzten der Sky-Aktie zu. Sie verlor bis zum Mittag mehr als 2,5 Prozent auf 1,898 Euro. Das Papier der Deutschen Telekom legte dagegen leicht um 0,03 Prozent auf 9,139 Euro zu.

Die Telekom will angeblich alle Übertragungsrechte für die Jahre 2013 bis 2017 kaufen und dafür mehrere Hundert Millionen Euro bieten. Gäbe ihr die Deutsche Fuaßball-Liga (DFL) den Zuschlag, wäre Sky erst einmal aus dem Rennen und müsste versuchen, die TV-Rechte beim Telekommunikationsunternehmen einzukaufen.

Unabhängig von der Entscheidung über die Bundesliga-Übertragungsrechte strebt Sky in den kommenden zwei Jahren die Gewinnzone an. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll 2013 positiv ausfallen, sagte Sky-Finanzvorstand Steve Tomsic. In diesem Jahr will das Unternehmen das Minus weiter verringern. 2011 steigerte Sky das Ebitda um 42 Prozent auf minus 155 Millionen Euro, wie Tomsic weiter ausführte. 2010 lag der Verlust bei 269 Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr erzielte Sky laut Vorstandschef Sullivan „das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte“. Die Zahl der Kunden sei 2011 auf mehr als drei Millionen gestiegen, darunter seien 359.000 neue Abonnenten gewesen. Knapp ein Drittel der Sky-Kunden beziehen den Angaben zufolge das Premium-HD-Angebot. Der Abosender will dieses Angebot weiter ausbauen und die Zahl der HD-Sender von 42 auf über 60 steigern.

Alice Wotsch von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) bezeichnete das vergangene Jahr zwar als erfolgreich. Sie lobte das bessere Ergebnis und den Rückgang der Kündigungsquote von 16 Prozent in 2010 auf elf Prozent in 2011. Sie kritisierte jedoch, dass Sky weiter rote Zahlen schreibe und noch immer „am Tropf von Rupert Murdoch“ hänge. Außerdem frage sie sich, wie das Unternehmen für den Poker um die Bundesliga-Rechte gerüstet sei. Sie könne nur hoffen, dass das Bieterverfahren für Sky positiv ausgehe.

Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) kritisierte ebenfalls, dass Sky noch auf die finanzielle Unterstützung von Großaktionär Murdoch angewiesen sei. Kleinaktionär Georg Eppinger sagte: „Sky geht weiterhin am Stock.“ Außerdem stimmten ihn „die Schlagzeilen zur Fußball-Bundesliga nachdenklich“.

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