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„Bibeln statt „googeln

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26.02.2012

Erzbischof Zollitsch „Bibeln“ statt „googeln“

Bischof Fürst mahnt offenen Dialog innerhalb der Kirche an.

Freiburg/Rottenburg – Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, fordert die Gläubigen zum Lesen der Bibel auf. „Viele nehmen ja heute bei offenen Fragen zuerst den Weg zur Suchmaschine im Internet und nennen es ‚googeln‘, wenn sie nach Antworten und Hilfestellungen suchen“, schrieb Zollitsch in einem am Wochenende veröffentlichten Hirtenbrief zur Fastenzeit und fügte hinzu: „Wäre es bei den Grundfragen unseres Lebens nicht hilfreicher und verlässlicher, zuerst zu ‚bibeln‘?“

Christen bräuchten das Gebet und die Zeit für Stille, das Lesen und Meditieren der Heiligen Schrift. Die Bibel helfe, „mit neuen Augen auf so manches zu schauen, das sich in unserem Leben ereignet und die Spuren Gottes erkennen lässt“. Zollitsch rief dazu auf, die Augen für die Anliegen der Menschen zu öffnen.

Fürst: „An Glaubwürdigkeit verloren“

Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, forderte die Gläubigen zu einem offenen Dialog miteinander auf: Die sehr unterschiedlichen Positionen innerhalb der Kirche „miteinander ins Gespräch zu bringen, damit Verständnis und Respekt füreinander wachsen, ist eine große Aufgabe für uns alle“, schrieb er in seinem Hirtenbrief. Dieser offene Dialog müsse aber „auch zur wirklichen Erneuerung der Kirche“ führen.

Vieles könne in den Gemeinden auf den Weg gebracht werden, andere Probleme müssten an anderer Stelle geklärt werden: „Ich werde diese Fragen aber in die Konferenz der Bischöfe einbringen“, versprach Fürst. „Wir müssen dabei lernen, das Scheitern von Menschen und ihrer Lebensplanung ernster zu nehmen und Hilfen anzubieten, damit neues Leben gelingen kann.“

Die katholische Kirche erlebe gegenwärtig eine Phase, „in der sich ihr Glaubenszeugnis verdunkelt hat“, räumte der Bischof ein. Viele suchten Sinn und Erfüllung nicht in der Kirche, sondern ganz woanders. Fürst fügte hinzu: „Wir haben an Glaubwürdigkeit verloren.“

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