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Bewährungsstrafe für U-Bahn-Schläger

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29.03.2012

Berlin Bewährungsstrafe für U-Bahn-Schläger

Gericht spricht von „Verkettung unglücklicher Umstände“ bei Flucht des Opfers.

Berlin – Nach dem Tod eines 23-Jährigen auf der Flucht vor U-Bahn-Schlägern in Berlin ist ein 21-jähriger Mann zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht Berlin sprach den Hauptangeklagten am Donnerstag der Körperverletzung mit Todesfolge in einem minderschweren Fall schuldig. Zugleich wurde der Haftbefehl gegen ihn aufgehoben. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Angeklagte im September vergangenen Jahres das spätere Opfer auf dem U-Bahnhof Kaiserdamm mit einem Mitangeklagten geschlagen und ihn dann allein verfolgt hatte. Der 23-Jährige war bei seiner Flucht von einem Fahrzeug erfasst und tödlich verletzt worden.

Der 23-Jährige sei „Hals über Kopf“ geflohen und in einer „Kurzschlussreaktion“ auf die Straße gerannt, weil er gewusst habe, dass er verfolgt werde, hieß es. Er sei nicht in Panik geflohen, habe aber auch nicht überlegt gehandelt. Eine „Verkettung unglücklicher Umstände“ hätte bei der Flucht zum Tod geführt, hieß es. Wäre das Opfer „etwas schräger oder langsamer gelaufen“, wäre der Aufprall nicht auf diese Weise passiert.

Entgegen der Anklage wurde das Opfer nach Ansicht des Gerichtes nicht zu Tode gehetzt. Für das Gericht stand aber fest, dass der 21-Jährige dem 23-Jährigen hinterherrannte, weil er ihn schlagen wollte. In welchem Abstand er ihm folgte, war nicht genau festzustellen. Wahrscheinlich sei der Verfolger acht bis zehn Meter hinter dem späteren Opfer gewesen, hieß es. Näher könne er nicht gewesen sein, weil der Angeklagte sonst auch in den Verkehr hineingerannt wäre. Ein 22-jähriger Mitangeklagter wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von vier Monaten verurteilt. Er hatte mit dem ersten Schlag die körperliche Auseinandersetzung auf dem U-Bahnhof begonnen.

Das spätere Opfer und ein Freund waren am 17. September vergangenen Jahres auf dem U-Bahnhof Kaiserdamm auf die Angeklagten getroffen. Diese waren alkoholisiert und hatten in aggressivem Ton Zigaretten verlang. Obwohl der Freund des 23-Jährigen ihnen das Geforderte zuwarf, kam es zu keiner Beruhigung. Der 21-Jährige sei „auf Krawall“ aus gewesen und habe Drohungen ausgesprochen.

Er schlug zu, nachdem der ältere Mitangeklagte dem Opfer den ersten Schlag versetzt hatte. Die beiden angegriffenen Freunde hätten sich „zu Recht“ mit einem Schlag verteidigt und seien dann geflohen, hieß es weiter. Während der jüngere Angeklagte dem 23-Jährigen nachsetzte, blieb der Mitangeklagte benommen auf dem Bahnsteig zurück.

Strafmildernd sahen die Richter, dass beide Angeklagte im Verfahren geständig waren und nicht vorbestraft sind. Sie hätten ihr Verhalten bedauert und seien fassungslos über das Geschehen, hieß es. Dennoch seien sie dafür verantwortlich. Der Richter sagte: „Aber wir gehen davon aus, dass es bei Ihnen nachhaltig klick gemacht hat“.

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