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Bevölkerungsrückgang erstmals seit Jahren gestoppt

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13.01.2012

Statistik Bevölkerungsrückgang erstmals seit Jahren gestoppt

Am Jahresende lebten voraussichtlich rund 81,8 Millionen Menschen in der Bundesrepublik.

Wiesbaden/Berlin – Der seit Jahren zu verzeichnende Bevölkerungsrückgang in Deutschland scheint gestoppt. Die Einwohnerzahl dürfte 2011 nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes erstmals nach acht Jahren Rückgang leicht gestiegen sein. Am Jahresende lebten voraussichtlich rund 81,8 Millionen Menschen in der Bundesrepublik, rund 50.000 mehr als im Vorjahr, wie die Wiesbadener Behörde am Freitag mitteilte.

2010 war die Einwohnerzahl noch auf 81,75 Millionen Menschen zurückgegangen und um rund 51.000 leicht gesunken. Die Experten hatten damit einen schwächeren Bevölkerungsrückgang registriert als 2009 und 2008. In diesen beiden Jahren war ein Minus von 210.000 beziehungsweise 215.000 Menschen verzeichnet worden.

Als Ursache für den leichten Zuwachs 2011 nannten die Statistiker die größere Zahl der Zuzüge von Ausländern. Erstmals nach 2002 können sie das Geburtendefizit – die Differenz aus Geburten und Sterbefällen – mehr als ausgleichen. Schätzungen zufolge kamen mindestens 240.000 Menschen mehr aus dem Ausland in die Bundesrepublik als das Land verließen. Einen vergleichbar hohen Zuwachs gab es den Angaben zufolge zuletzt 2001. Im Jahr 2010 lag er bei 128.000.

Großen Anteil an dieser Entwicklung haben laut Bundesamt die Zuzugszahlen aus den im Jahr 2004 der Europäischen Union beigetretenen Staaten, vor allem aus Polen. Seitdem seit Mai 2011 für sie die vollständige Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt, ziehen pro Monat durchschnittlich mehr als 28.000 Personen aus diesen EU-Staaten zu, wie es weiter hieß. In den ersten vier Monaten des Vorjahres waren es nur rund 15.000. Der Anteil der Zuzüge aus diesen Ländern an der Gesamtzuwanderung hat sich dadurch von etwa einem Viertel auf knapp ein Drittel erhöht.

Für 2011 wird zudem mit 660.000 bis 680.000 lebend geborenen Kindern und mit 835.000 bis 850.000 Sterbefällen gerechnet. Daraus wird sich voraussichtlich ein Geburtendefizit von etwa 170.000 bis 185.000 ergeben. 2010 betrug es 181.000; den 859.000 Sterbefällen standen 678.000 Geburten gegenüber.

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