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Senioren

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27.11.2012

Bericht Betriebsrente noch immer zu schwach

Je höher das Einkommen, desto größer die Bereitschaft vorzusorgen.

Berlin – Trotz massiver staatlicher Förderung ist die Betriebsrente weit davon entfernt, die ihr zugedachte Rolle als zweite Säule der deutschen Alterssicherung zu spielen. So verfügten Ende 2011 maximal 60 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten über eine Anwartschaft auf eine Betriebsrente. Dies ergibt sich aus dem aktuellen Alterssicherungsbericht der Bundesregierung, der dem „Handelsblatt“ (Dienstagausgabe) vorliegt.

Eine sichere Altersversorgung haben danach vor allem die Angestellten im öffentlichen Dienst, die automatisch zusatzversichert sind, und die Mitarbeiter bei Banken und Versicherungen. Hier sind 84 Prozent Mitglied in einem der traditionellen Versorgungswerke. Auch die Industrie zieht mit Quoten von 63 und 61 Prozent den Durchschnitt noch etwas nach oben.

Besonders düster sieht es dagegen im Gastgewerbe aus, wo nur jeder Vierte einen Betriebsrentenanspruch hat. Weit problematischer ist: Trotz massiver staatliche Förderung stagniert die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung nahezu. Seit 2005 stieg die Zahl der Anwartschaften nur noch um sieben Prozent auf 19,58 Millionen, nachdem sie in den vier Jahren davor noch um ein Viertel gewachsen war. Damit hat der 2001 durch die Einführung der steuer- und sozialabgabenfreiem Gehaltsumwandlung ausgelöste Boom nicht lange gehalten.

Auch bei den 2002 eingeführten Riester-Verträgen ist die Bilanz nicht gerade rosig. Bei einer eigens durchgeführten Befragung des Statistischen Bundesamts gaben nur 35,2 Prozent der Befragten an, sie zahlten in einen Riester-Vertrag ein. Außerdem weisst der Bericht darauf hin, dass von 15,5 Millionen von der Versicherungsbranche gemeldeten Riester-Verträge nach amtlichen Daten der Finanzaufsicht rund 18,5 Prozent der Verträge gar nicht mehr bedient werden. Außerdem bricht das Neugeschäft ein: Nur 200000 neue Verträge wurden im ersten Halbjahr 2012 abgeschlossen. In den Vorjahren gab es jährlich rund eine Million Neuabschlüsse.

Je höher das Einkommen, desto größer die Bereitschaft zusätzlich vorzusorgen – auch diese These bestätigt der neue Alterssicherungsbericht. Die traurige Kehrseite: Rund 42 Prozent der Geringverdiener mit einem Bruttoeinkommen von weniger als 1500 Euro haben weder einen Betriebsrente noch einen Riester-Vertrag. Das sind 4,2 Millionen Arbeitnehmer, gut zwei Drittel davon Frauen.

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