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Bessere Kennzeichnung regionaler Lebensmittel geplant

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25.01.2012

Verbraucher Bessere Kennzeichnung regionaler Lebensmittel geplant

Aigner will mit “Regionalfenster” mehr Transparenz schaffen.

Berlin – Verbraucher sollen künftig besser über die Herkunft regionaler Lebensmittel informiert werden. Geplant ist eine Kennzeichnung auf Verpackungen, die “aussagekräftige Informationen” über die Herkunft der Produkte ermöglicht, wie das Verbraucherschutzministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte. Im April wollen sich auch die Länder mit dem Thema befassen.

Im Mittelpunkt des neuen Konzepts steht dem Ministerium zufolge ein “Regionalfenster”. Mit diesem könne bei zusammengesetzten Produkten für jede einzelne Zutat gezeigt werden, zu welchem Prozentsatz sie aus welcher Region stamme. Auch könne der Verarbeitungsort des Produkts dargestellt werden. Nach dem Willen des Ministeriums soll die Nutzung des “Regionalfensters” freiwillig sein. Es sei aber eine Zertifizierung und Kontrolle der Kennzeichnungen geplant, hieß es.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) sagte, Deutschland erlebe eine “Renaissance des Regionalen”. “Bisher kann der Kunde aber leider nicht immer erkennen, ob drin ist, was draufsteht”, kritisierte die Ministerin. Sie wolle daher mit Anbietern regionaler Produkte an einer besseren Kennzeichnung arbeiten.

Einer Emnid-Umfrage im Auftrag des Ministerium zufolge achten 48 Prozent der Verbraucher darauf, dass Lebensmittel aus einer bestimmten Regionen kommen. 79 Prozent der 1.000 Befragten wären sogar bereit, mehr Geld für regionale Lebensmittel auszugeben. Allerdings fühle sich jeder Fünfte nicht richtig über die Herkunft informiert.

Aigner betonte, es würden “klare Kriterien für eine aussagekräftige und verlässliche Kennzeichnung” regionaler Lebensmittel gebraucht. “Regionale Produkte sind ein Zukunftsmarkt – langfristig werden sie aber nur Erfolg haben, wenn sie das Vertrauen der Verbraucher finden”, erklärte die CSU-Politikerin.

Das Ministerium hatte das Forschungsinstitut für biologischen Landbau und die Initiative “MGH Gutes Essen aus Hessen” damit beauftragt, Kriterien für eine bundesweite Kennzeichnung zu entwickeln. Es sei ein Überblick über bestehende Kennzeichnungen in den Ländern, des Lebensmitteleinzelhandels und der Regionalinitiativen erarbeitet worden. Auf Grundlage der Erkenntnisse soll eine bundesweite Kennzeichnung regionaler Lebensmittel entwickelt werden.

Bei der Agrarministerkonferenz im April will Aigner mit ihren Länderkollegen über ihr neues Konzept sprechen. Bei der Entwicklung der Kennzeichnung sollen auch Verbraucherschützer, Regionalvermarkter und die Landwirtschaft eingebunden werden.

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